Dank
Ich bin dankbar, dass ich die Studie zu drei Autoren der deutschsprachigen ästhetischen Moderne auch nach Unterbrüchen und der Arbeit an anderen Projekten zum Abschluss bringen konnte. Darin zeigt sich, was anderen aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist: sich mit einem solchen Gegenstand zu beschäftigen, sehr viel Zeit damit zu verbringen, diese Lektüren vorzulegen – um hier nicht von anderen Privilegien zu reden.
Eine wichtige Erfahrung während der Jahre, in denen ich an dieser Studie gearbeitet habe, waren die Begegnungen mit Menschen in der Asyl- und Migrationsbewegung in Zürich, wo ich seit vielen Jahren lebe. Ich habe in Projekten und Aktionen für mich selbst, nicht abstrakt, erfahren, wie gesellschaftlich-politische Strukturen gewissen Menschen am Ort, wo sie sind, Rechte verweigern und sie damit zu einem Schatten ihrer selbst machen können. Dagegen gibt es immer wieder ein Aufbegehren, das durch Zusammenkommen, juristischen Kampf und engagierte soziale und kulturelle Arbeit charakterisiert ist und manchmal auch ein Leben zum Besseren wenden kann. – Kunst, Kultur, Literatur haben keine eindeutigen Ausgangspunkte und schon gar keine eindeutigen Ziele. Aber sie sind von Strukturen abhängig, sei es ein ruhiges Zimmer, Gesundheit und Geld, Anerkennung.
Manchmal ist das Aufbegehren ein Traum, eine Hoffnung, die – vielleicht – in einem künstlerischen Prozess die Beteiligten ‚ermächtigt‘ und das Bild der Welt für Momente in anderes Licht taucht. Die Performance L’Opoponax, aus der eine Momentaufnahme auf dem Buchumschlag abgebildet ist, zeigt das Aufbegehren in den Institutionen der Kultur: Darin steckt das Begehren. Wer interveniert? Wer wird zum Objekt gemacht? Wer bleibt ungefragt? Und wer fühlt sich gar nicht erst herausgefordert? Es sind bleibende und nicht auf die Schnelle zu beantwortende Fragen, die im Hintergrund auch den Fortgang meiner Auseinandersetzung mit den Texten und Zeugnissen der drei hier behandelten Autoren prägte. Hofmannsthal, Benjamin und Borchardt beziehen sich auf machtvolle Traditionen und wurden selbst zu Codes, bei denen sich institutionelle Schranken öffneten. Doch wem?
Ich möchte einigen Personen besonders danken. Zunächst meinem Doktoratsbetreuer Prof. Dr. Sandro Zanetti (Zürich) für die konstante Begleitung der Arbeit, den kritischen Dialog und die Rückfragen. Dies schließt besonders die loyale Unterstützung bei unterschiedlichen Finanzierungsanträgen und das Ermöglichen einer Aufsatzpublikation im Sammelband Transaktualität. Ästhetische Dauerhaftigkeit und Flüchtigkeit (2017) ein. Ebenso danke ich meinem Zweitgutachter Prof. Dr. Hans-Georg von Arburg (Lausanne) für die eingesetzte Zeit, den Rückhalt, die stets sehr interessierten und konstruktiven Rückmeldungen. Danken möchte ich daneben Dr. Thomas Forrer (Luzern), der insbesondere in der ersten Phase des Projekts mit wichtigen Hinweisen im Rahmen des Arbeitskreises Die Hinwendung zum Materialen. Nietzsche und die Kulturwissenschaften um 1900 an der Universität Luzern unterstützend war. Ebenso produktiv waren verschiedene Rückmeldungen in Kolloquien und Konferenzen des Doktoratsprogramms der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft (AVL) in Zürich und im Rahmen von Veranstaltungen mit anderen Doktorierenden der Philologie innerhalb des schweizweiten CRUS-Doktoratsprogramms AVL (2014–2017). Von vielen Menschen, Lektüren, Schreibverfahren konnte ich innerhalb und ausserhalb des Studiums lernen.
Die Universität Zürich unterstützte meine Arbeit mit einem Stipendium. Mein Dank gilt dem Verlag Brill|Fink, besonders Lektor Dr. Henning Siekmann sowie Lektorin Catharina Krallmann, für die Aufnahme meiner Studie ins Programm. Dr. Jessica Nitsche und Dr. Nadine Werner danke ich für Ihre profunde Lektüre und die hilfreichen Rückmeldungen. Dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) danke ich für die finanzielle Unterstützung bei der Drucklegung. Einige Institutionen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halfen mir jederzeit bei der Beschaffung von Büchern, vorrangig die Zentralbibliothek Zürich. – Überhaupt Bibliotheken: Dankbar bin ich für die geisteswissenschaftlichen Infrastrukturen, an denen der Bildungsrucksack gefüllt und Vertrauen ins eigene Tun eingeübt wird.
Danken möchte ich aber besonders meinen Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen: Myriam, Emanuel, Benigna, Michael, Jonathan, Marie sowie Stefanie und Obhi, meiner Mutter Gianna sowie meinem Bruder Philippe.
Zürich, 6.6.2022, Fabian Saner