Es hatte den Anschein, als würde das Schreiben über die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen in Europa (mit Ausnahme des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien) nun für immer eine gewisse Nische für Historiker und Politologen sein ohne direkte Verbindung zur Gegenwart. In diesem Glauben wiegte ich mich auch, als ich meine Doktorarbeit über die Geschichte der Hauptkommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen/NS-Verbrechen in Polen (1945–1989) verfasste, deren aktualisierte Fassung in deutscher Übersetzung Sie in den Händen halten.1
Es kam jedoch anders. Der in keinster Weise provozierte Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 zerstörte die europäische Sicherheitsarchitektur. Während die Aufarbeitung der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs noch immer keinen endgültigen Abschluss gefunden hat, kam und kommt es in der Ukraine weiterhin zu einer Reihe von neuen Verbrechen und Grausamkeiten, die Gegenstand von Ermittlungsverfahren und wissenschaftlichen Arbeiten sind und dies in den kommenden Jahrzehnten mit Sicherheit sein werden. Es sei hier auf verschiedene Tätigkeiten sowohl seitens von Organisationen und internationalen Tribunalen als auch von Staaten hingewiesen. Nach dem Einmarsch in die Ukraine leitete der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Ermittlungen zu Kriegsverbrechen ein2. Nach den Massakern in Butscha3 und anderen Ortschaften in der Umgebung von Kyjiw bildeten die Ukraine, Polen und Litauen ein gemeinsames Ermittlungsteam (Joint Investigation Team, JIT), das von der EU-Agentur Eurojust unterstützt wird4. An der Dokumentation der Zeugnisse russischer Verbrechen beteiligt sich ebenfalls das Witold-Pilecki-Institut, es gründete das Raphael-Lemkin-Zentrum für die Dokumentation von russischen Verbrechen in der Ukraine5. Die Abrechnung mit Verbrechen und deren Tätern stand erneut auf der Agenda von Politikern, wurde zur Herausforderung für Juristen und zum Gegenstand öffentlicher Debatten in den Medien. In dieser spezifischen Situation scheint es lohnenswert, die Erfolge und Misserfolge der Aufarbeitung der Verbrechen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gründlich zu analysieren. Mein Buch betrifft vor allem Fragen der institutionellen Abrechnung mit den deutschen Verbrechen, zu der es in den Jahren 1945–1989 kam, genauer gesagt die Tätigkeit der in dieser Sache zentralen Institution der Hauptkommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen/NS-Verbrechen in Polen.
In zeitlicher Hinsicht umfasst die Arbeit insbesondere die Jahre 1945–1989 und damit einen Zeitraum in der polnischen Geschichte, in dem die Herrschaft der Kommunisten eine dominierende Rolle spielte. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Rekonstruktion einzelner Phasen in der Tätigkeit der Hauptkommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen/NS-Verbrechen in Polen, angefangen mit der Gründung der Institution im Frühjahr 1945 über ihre Umbenennung im Jahr 1949 in Hauptkommission zur Untersuchung der NS-Verbrechen in Polen und die Marginalisierung ihrer Arbeiten in den 1950er Jahren. Gegenstand von Reflexion, Darstellung und Analyse ist auch ihre erneut aufgenommene Tätigkeit Mitte der 1960er Jahre sowie die späteren strukturellen Umgestaltungen bis zur Systemtransformation im Jahr 1989.
Einen besonderen Platz nimmt das case study der Danziger und Krakauer Bezirkskommissionen zur Untersuchung der deutschen Verbrechen/NS-Verbrechen in Polen ein. In Form eines Epilogs wurden auch die mit dem Systemwechsel einhergehenden Umgestaltungen der Kommission in den Jahren 1989–1991 beschrieben. Sie führten damals zu einer Ausweitung des Interessenspektrums der Kommission auf die Untersuchung von sowjetischen Verbrechen sowie solchen, die nach dem Krieg von kommunistischen Funktionären des Sicherheitsapparats begangen wurden.
Die Analyse der Tätigkeit der Hauptkommission erfolgte auf drei Ebenen:
Die zugewiesene Rolle der Kommission als Forschungs- und Ermittlungsinstitution, sie zielte darauf ab, die deutschen Kriegsverbrecher zu verfolgen und die von diesen verübten Verbrechen wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Die Rekonstruktion der Rolle der Kommission bei der Gestaltung kollektiver Vorstellungen und des Gedenkens an den Zweiten Weltkrieg einschließlich der Beteiligung an Propagandaaktionen, die von den Behörden der Volksrepublik Polen durchgeführt wurden.
Die Frage des Einflusses eines breit verstandenen deutschen Kontextes auf die Arbeit der Hauptkommission sowie die Rolle, die die Regierenden in Warschau ihrer Arbeit in den folgenden Jahrzehnten beigemessen haben.
Gegenstand der Analyse war in diesem Zusammenhang der Einfluss der wichtigsten Ereignisse bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland auf die Arbeitsbereiche und Arbeitsmethoden der Kommission. In diesem Kontext steht die Forschungsfrage nach einem Einfluss durch die Gründung der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg (Zentrale Stelle), aber auch der folgenden Debatten über Aufarbeitung und Verjährung im Rahmen der Strafverfolgung von Kriegsverbrechen in der BRD auf die Arbeitsweise und die Prioritäten der Hauptkommission.
Ein wichtiger Aspekt der durchgeführten Analysen war auch die Darstellung der Zusammenarbeit zwischen der Kommission und der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Meine Absicht war es aufzuzeigen, auf welche Weise sich die Tatsache, dass Polen und die BRD zwei gegensätzlichen politischen, militärischen und ideologischen Blöcken angehörten, auf die gegenseitigen Beziehungen zwischen Warschau und Ludwigsburg auswirkte.
Meine Forschungshypothese lautete, dass in einem nicht demokratischen Staat, wie es Polen in den Jahren 1945–1989 unter kommunistischer Herrschaft war, die Hauptkommission zur Untersuchung deutscher Verbrechen/NS-Verbrechen in Polen nicht frei von politischen Zwängen war. Ich nahm an, dass die Kommission in ihrer Tätigkeit – neben einer strikt fachlichen Dimension im Zusammenhang mit der Untersuchung und Strafverfolgung deutscher Verbrechen aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs – in einem gewissen Umfang von den Behörden instrumentalisiert wurde, um politische Ziele zu verfolgen.
Eine weitere Hypothese, die mit der oben genannten Feststellung Hand in Hand geht, ist die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen den kommenden Phasen in den Beziehungen zwischen Warschau und Bonn (in geringerem Maße auch zwischen Warschau und Ost-Berlin) und den Methoden bei der Untersuchung und Strafverfolgung der Täter aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bestand. Unter den Arbeiten zu dieser Frage waren die Publikationen von Filip Gańczak6, Adalbert Rückerl7, Paulina Gulińska-Jurgiel8 und Annette Weinke9 besonders wertvoll.
Auf die Hauptkommission und Prozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher in Polen gehen in ihren Arbeiten auch u. a. Klaus Bachmann10, Włodzimierz Borodziej11, Daniel Brewing12, Gabriel N. Finder sowie Alexander V. Prusin13, Andrew Kornbluth14, Joanna Lubecka15, Louisa McClintock16, Bogdan Musiał17 und Daniel Marc Segesser18 ein. Einige Ergebnisse meiner Forschungen habe ich in Vorträgen auf wissenschaftlichen Konferenzen vorgestellt, sie sind in Konferenz-Sammelbänden erschienen.19 In diesem Buch beziehe ich mich überwiegend auf polnische Übersetzungen englisch- und deutschsprachiger Fachliteratur.
Als Quellenbasis der Arbeit dienten Dokumente, die in den Jahren 1945–1989 von der Hauptkommission selbst erstellt wurden, dazu zählen u. a. Sitzungsprotokolle des Präsidiums und Hauptplenums der Kommission, aber auch Tätigkeitsberichte. Diese Dokumente befinden sich in den Archivbeständen des Instituts für Nationales Gedenken (Instytut Pamięci Narodowej, IPN) in Warschau. Hilfreich für die Analyse der Tätigkeit der Bezirkskommissionen in Danzig und Krakau war eine Recherche im IPN-Archiv der genannten Städte.
Ein weiterer entscheidender Teil der Quellenbasis waren Partei- und Regierungsdokumente aus den Jahren 1945–1989, die sich im Archiv Neuer Akten (Archiwum Akt Nowych, AAN) in Warschau befinden. Erwähnung finden müssen hier vor allem die Akten der Verwaltungsabteilung des Zentralkomitees (ZK) der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR), aber auch die des Justizministeriums, das die unmittelbare Aufsicht über die Hauptkommission ausübte. Manche der im vorliegenden Buch verwendeten Dokumente sind auch das Ergebnis einer Recherche im Betriebsarchiv des Justizministeriums in Warschau. Interessante Resultate förderte auch die Recherche im Archiv des Außenministeriums in Warschau zu Tage. Einen umfassenden Katalog der verwendeten polnischen Quellen enthält die Dokumentation der im Jahr 1946 eröffneten Ausstellung über die in Polen begangenen Verbrechen, die sich im Archiv des Nationalmuseums in Warschau befindet, ebenso die Materialien des Zentrums für Meinungsforschung und Programmatische Studien, das beim Polnischen Radio und Fernsehen angesiedelt war20. Über die Zusammenarbeit zwischen der Hauptkommission und der Justiz in der Bundesrepublik Deutschland (BRD), unter besonderer Berücksichtigung der Zentralen Stelle in Ludwigsburg, zu schreiben, war möglich aufgrund von Recherchen in Deutschland. Grundlage meiner Untersuchungen waren Dokumente aus den Beständen des Bundesarchivs Ludwigsburg sowie des Archivs der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, die die Zusammenarbeit zwischen Ludwigsburg und Warschau veranschaulichen. Weiterführende Informationen brachte auch eine Auswertung der polnischen und westeuropäischen Presse. Eine wertvolle Quelle, die einen Blick auf die Tätigkeit der Hauptkommission aus einer anderen Perspektive ermöglichte, waren auch die von mir geführten Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern der Kommission.
Was das methodologische Vorgehen betrifft, stützte ich mich beim Schreiben meiner Doktorarbeit vor allem auf zwei wissenschaftliche Methoden. Bei der Analyse von Quellen, sowohl schriftlichen als auch den oben genannten Interviews, wandte ich kritische Textanalyse an. Bei der Untersuchung polnischer und deutscher Quellen ging ich zudem vergleichend vor.
Das Buch besteht aus vier Kapiteln sowie einem Schlussteil. Im ersten Kapitel wird die Tätigkeit der Hauptkommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen in Polen beschrieben, und zwar seit ihrer Gründung im Frühling 1945 bis zu ihrer Umbenennung in Hauptkommission zur Untersuchung der NS-Verbrechen in Polen und ihrer Marginalisierung im Justizwesen Anfang der 1950er Jahre. Ein entscheidender Aspekt ist der Hinweis auf die Rolle der Kommission bei der Vorbereitung der Beweismittel bezüglich der in Polen verübten Verbrechen für die Nürnberger Prozesse. In diesem Kontext werden auch der Beitrag der Kommission zur Auslieferung der Verbrecher aus dem besetzten Deutschland nach Polen und deren spätere Prozesse beschrieben. Der letzte Teil dieses Kapitels enthält die Beschreibung der Situation, in der sich die Hauptkommission nach dem Jahr 1949 befand. Zu jener Zeit befand sich die Institution in einem Zustand des organisatorischen Niedergangs, ein Teil ihrer Archivbestände wurde der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) übergeben und die Kommission selbst beteiligte sich an Propagandaaktionen, die gegen die BRD, die USA und deren „imperialistische“ Politik gerichtet waren.
Das zweite Kapitel ist den Arbeiten der Hauptkommission zur Untersuchung der NS-Verbrechen in Polen gewidmet, die im Jahr 1963 wieder aufgenommen wurden, was unter anderem mit Ratschlägen von Seiten der DDR-Regierung zusammenhing. In diesem Teil der Arbeit wird auch die Kooperation der Kommission mit der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg beschrieben. Ebenfalls die Rolle der Kommission zur Zeit des März 1968 und der damaligen „antizionistischen“ Kampagne wird analysiert. Besondere Beachtung wird in dieser Frage der Persönlichkeit und der Rolle des Kommissionsdirektors Prof. Czesław Pilichowski gewidmet.
Das dritte Kapitel nimmt die Tätigkeit der Hauptkommission in den Jahren 1970–1989 in den Blick. Wichtige Themen, die dabei zur Sprache kommen, sind: die Arbeitsweise der Hauptkommission in der Zeit des Kriegsrechts und die Umgestaltung des Tätigkeitsformats der Kommission durch die Veränderung der Rechtsgrundlagen ihrer Tätigkeit und die Ergänzung ihres Namens um den Bestandteil „Institut für Nationales Gedenken“ im Jahr 1984. In Form eines Epilogs werden auch die Umgestaltungen der Kommission analysiert, die Anfang der 1990er Jahre zustande kamen, als ihre Zuständigkeiten auf die Untersuchung sowjetischer Verbrechen sowie von Verbrechen des Sicherheitsapparats der Volksrepublik Polen aus den Jahren 1945–1956 ausgeweitet wurden.
Das vierte Kapitel ist der Analyse und dem Vergleich der Tätigkeiten der Bezirkskommissionen in Danzig und Krakau gewidmet. Bei der Auswahl der Städte habe ich mich von ihrer geografischen Distanz und dem unterschiedlichen Charakter der deutschen Besatzung in Pommerellen und Kleinpolen leiten lassen. Es sei daran erinnert, dass das polnische Pommerellen und die Freie Stadt Danzig im Jahr 1939 ins „Dritte Reich“ eingegliedert wurden, Kleinpolen aber dem besetzten Generalgouvernement zugeschlagen wurde und Krakau „Hauptstadt“ dieses administrativen Gebildes war.
Im Schlussteil beschreibe ich auch kurz die weiteren Umgestaltungen der Kommission zum Institut für Nationales Gedenken sowie das Phänomen der „späten Gerechtigkeit“, also die Verbrecherprozesse im 21. Jahrhundert und die Zusammenarbeit der polnischen und der deutschen Justiz.
Danksagung
Dieses Buch ist eine ergänzte und redigierte Version meiner Doktorarbeit, die ich im Jahr 2017 am Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau verteidigt habe21. Die Dissertation entstand im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Strafe, Gedenken und Politik: Die Abrechnung mit der Vergangenheit seit dem Zweiten Weltkrieg“ unter der Leitung von Prof. Dr. habil. Andrzej Paczkowski, dem ich für die Möglichkeit zur Teilnahme an dem Projekt danke.22 Besonderen Dank möchte ich dem Betreuer meiner Doktorarbeit aussprechen, dem Initiator und ersten Direktor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig, meinem Mentor Prof. Dr. hab. Paweł Machcewicz.
Dank gebührt auch den Gutachtern. Die Hinweise von Prof. Krzysztof Ruchniewicz und Prof. Włodzimierz Borodziej seligen Angedenkens ermöglichten mir nicht nur die Rekonstruktion der Tätigkeit der Hauptkommission vor dem Hintergrund der deutsch-polnischen Beziehungen, sie ließen mich auch viele Fehler vermeiden.
Die deutsche Ausgabe des Buches hätte nicht erscheinen können ohne das Wohlwollen und die Energie des Direktors des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften Prof. Igor Kąkolewski, der mich mit seiner Erfahrung auf vielfältige Weise unterstützte. Herzlicher Dank gilt ebenfalls den Mitarbeitern und der Leitung des Instituts für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau, ohne deren Hilfe es dieses Buch nicht geben würde.
An dieser Stelle danke ich auch dem deutschen Verleger für sein Vertrauen und seine nachdrückliche Bereitschaft, mein Buch in Deutschland zu veröffentlichen.
Ebenfalls danken möchte ich dem Übersetzer Benjamin Voelkel für seine Geduld, sein Verständnis und seine Gründlichkeit bei der Übersetzung der komplizierten Geschichte der Aufarbeitung der deutschen Kriegsverbrechen in Polen. Mein Dank gilt auch dem Lektor dieses Buches, Dr. Marcin Wiatr.
Schließlich danke ich Agnieszka und Dominik Komorek aus Warschau sowie Jakub K. Sawicki aus Berlin für unsere Freundschaft, die interessanten Gespräche, ihre guten Worte und ihre geduldige Unterstützung meines wissenschaftlichen Abenteuers.
Diese Publikation wurde gefördert aus den Haushaltsmitteln des polnischen Staates im Rahmen eines Programms des Ministers für Bildung und Wissenschaft mit dem Namen „Nationales Programm zur Entwicklung der Geisteswissenschaften“, Projektnummer NPRH/U21/SP/496335/2021/10, Förderbetrag: 141.395,00 PLN, Gesamtumfang des Projektes: 141.395,00 PLN.
Für den Namen der Hauptkommission zur Untersuchung der NS-Verbrechen in Polen (Główna Komisja Badania Zbrodni Hitlerowskich w Polsce) gibt es in deutschsprachigen Publikationen eine Vielzahl konkurrierender Übersetzungen. Allein was den Namensbestandteil Zbrodni Hitlerowskich betrifft, reichen die Varianten von „hitleristischen“ bzw. Hitler-Verbrechen über Nazi-Verbrechen bis hin zu nationalsozialistischen Verbrechen. Ich habe mich in diesem Buch für die knappe, aber eindeutige Formulierung NS-Verbrechen entschieden. (Anm. d. Übers.)
Szymon Zaręba, The Fight for Justice: Ukraine’s Legal Steps in Its Defence Against Russian Aggression, „PISM Policy Paper“ 2022, No. 3, S. 3–4. https://pism.pl/publications/the-fight-for-justice-ukraines-legal-steps-in-its-defence-against-russian-aggression (14.5.2025).
Die Übersetzung verwendet die Duden-Transkription kyrillischer Namen. Die geläufige Verwendung der deutschsprachigen Namen für polnische Ortschaften wird für Warszawa/Warschau, Gdańsk/Danzig und Kraków/Krakau beibehalten. Ansonsten verwendet die Übersetzung die polnischen Toponyme (Anm. d. Übers.).
Maria Piechowska, Szymon Zaręba, The Bucha Massacre-Russian Crimes in the Kyiv Region, „PISM Spotlight“ 2022, No. 77, https://www.pism.pl/publications/the-bucha-massacre-russian-crimes-in-the-kyiv-region (14.5.2025).
Centrum Dokumentowania Zbrodni Rosyjskich w Ukrainie im. Rafała Lemkina, https://instytutpileckiego.pl/pl/instytut/aktualnosci/centrum-dokumentowania-zbrodni-rosyjskich-w-ukrainie-im (23.7.2023).
Filip Gańczak, Jan Sehn und die Ahndung der Verbrechen von Auschwitz. Ein Biografie, Göttingen 2022.
Adalbert Rückerl, Die Strafverfolgung von NS-Verbrechen 1945–1978, Karlsruhe 1979.
Paulina Gulińska-Jurgiel, Gemeinsame oder getrennte Wege? Kontakte zwischen Polen und Westdeutschland zur justiziellen Aufarbeitung von NS-Verbrechen bis zum Beginn der 1970er-Jahre, „Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“, Online-Ausgabe, 16 (2019), H. 2; https://zeithistorische-forschungen.de/2-2019/5728 (14.5.2025); Paulina Gulińska-Jurgiel, Post-War Reckonings. Political Justice and Transitional Justice in the Theory and Practice of the Main Commission of Investigation for German Crimes in Poland in 1945 [in:] Political and Transitional Justice in Germany, Poland and the Soviet Union from the 1930s to the 1950, hg. von Magnus Brechtken, Władysław Bułhak, Jürgen Zarusky, Göttingen 2019, S. 194–209.
Annette Weinke, Eine Gesellschaft ermittelt gegen sich selbst. Die Geschichte der Zentralen Stelle Ludwigsburg 1958–2008, Darmstadt 2009; Annette Weinke, Die Verfolgung von NS-Tätern im geteilten Deutschland. Vergangenheitsbewältigung 1949–1969, Paderborn – München – Wien – Zürich 2002.
Klaus Bachmann, Vergeltung, Strafe, Amnestie. Eine vergleichende Studie zu Kollaboration und ihrer Aufarbeitung in Belgien, Polen und den Niederlanden im Vergleich, Frankfurt am Main 2011.
Włodzimierz Borodziej, „Hitlerische Verbrechen“. Die Ahndung deutscher Kriegs- Und Besatzungsverbrechen in Polen [in:] Transnationale Vergangenheitspolitik. Der Umgang mit deutschen Kriegsverbrechern in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, hg. von Norbert Frei, Göttingen 2006, S. 399–437.
Daniel Brewing, Im Schatten von Auschwitz: Deutsche Massaker an polnischen Zivilisten 1939–1945, Darmstadt 2016.
Gabriel N. Finder, Alexander V. Prusin, Justice behind the Iron Curtain: Nazis on Trial in Communist Poland, Toronto 2018.
Andrew Kornbluth, The August Trials: The Holocaust and Postwar Justice in Poland, Cambridge 2021.
Joanna Lubecka, German Crimes Tried in Poland: A Political and Legal Analysis on the Example of Supreme National Tribunal Trials in Southern Poland [in:] Political and Transitional Justice in Germany, Poland and the Soviet Union from the 1930s to the 1950, hg. von Magnus Brechtken, Władysław Bułhak, Jürgen Zarusky, Göttingen 2019, S. 210–238.
Louisa McClintock, In the Shadow of the Crematoria: Investigating Mass Atrocities in Poland 1944–1945, „The Journal of Modern History“ 2024, Vol. 96, Nr. 3, S. 602–631.
Bogdan Musiał, NS-Kriegsverbrecher vor polnischen Gerichten, „Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte“ 1999, Nr 47, S. 25–58.
Daniel Marc Segesser, Recht statt Rache oder Rache durch Recht? Die Ahndung von Kriegsverbrechen in der internationalen fachwissenschaftliche Debatte 1872–1945, Paderborn – München – Wien – Zürich 2010.
Łukasz Jasiński, Überblick über die Tätigkeit der Hauptkommission zur Erforschung der deutschen Verbrechen in Polen 1945–1949 [in:] Die Haltung der kommunistischen Behörden gegenüber der deutschen Bevölkerung in Polen in den Jahren 1945 bis 1989, hg. von Adam Dziurok, Piotr Madajczyk, Sebastian Rosenbaum, Opole – Gliwice 2015, S. 34–42; Łukasz Jasiński, Transitional Justice and Polish-German Relations. The case of the Main Commission for the Investigation of German/Hitlerite Crimes in Poland [in:] Polish and German Perspectives on Transitional Justice. World War Two and its Aftermath, hg. von Wolfgang From, Dominika Uczkiewicz, Wrocław 2021, S. 66–83. Łukasz Jasiński, Polish and East German Press Coverage of War Crimes Trials During the 1950s and 1960s. An Attempt At Comparison [in:] Making Justice Visible. War Crimes Trials, Media and Memory after World War II, hg. von Ruth Leiserowitz, Gintare Malinauskaitė, Hektoras Viktus, Wiesbaden 2022.
Das Zentrum für Meinungsforschung und Programmatische Studien (Ośrodek Badania Opinii Publicznej i Studiów Programowych) wurde im Jahr 1958 zur Zeit der Liberalisierung im Zuge der Veränderungen von Oktober 1956 und der Entstalinisierung Polens beim Polnischen Radio gegründet. Im Laufe der Jahre durchlief das Zentrum mehrfach Veränderungen. Seine Hauptaufgabe war die Untersuchung von gesellschaftlichen Stimmungen mittels soziologischer Umfragen. Siehe hierzu Dariusz Jarosz, Sondaże Ośrodka Badań Opinii Publicznej (OBOP) w latach 1957–1989: refleksje historyka, „Polska 1944/45–1989. Studia i materiały“, Nr. VI/2003, S. 65–95.
Polnische Ausgabe: Łukasz Jasiński, Sprawiedliwość i polityka. Działalność Głównej Komisji Badania Zbrodni Niemieckich/Hitlerowskich w Polsce 1945–1989, Gdańsk – Warszawa 2018.
Dieses Projekt wurde finanziert durch das Nationale Wissenschaftszentrum (Narodowe Centrum Nauki; Projekt: DEC-2013/10/M/HS3/00577).