Ein Sammelband über Generalstäbe lässt sich mit dem berühmten und vielzitierten Bonmot der fünf perfekten Institutionen beginnen, wonach vor dem Ersten Weltkrieg fünf europäische Einrichtungen als vollkommen galten: Die Römische Kurie, das Britische Parlament, das Russische Ballett, die Französische Oper und der PreuÃische Generalstab.1 Zwar lässt dieses geflügelte Wort bereits die Bedeutung des Generalstabswesens für moderne Massenarmeen erkennen, doch überliefert der ehemalige preuÃische Offizier Theodor Rodowicz von OÅwieciÅski eine weitaus farbigere Anekdote: So berichtet er in seinen Humoristisch-historischen Reminiscenzen von einem Engländer, der während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 in Frankreich umher reiste, âum mit eigenen Augen â natürlich mit Monocle und Binocle bewaffnet â den berühmten General Staff zu schauen, von dessen fabelhafter Thätigkeit tagtäglich in den Schlacht- und Zeitungsberichten zu lesen war.â Zahlreiche Zeitungen griffen die vermeintliche Sensationsmeldung auf und berichteten âvom unwissenden Engländer, der es sich einen Sack voll Pounds kosten lieÃ, um sich den Hochgenuà zu verschaffen, das neue Weltwunder, den gepriesenen preuÃischen Herrn General Staff zu sehenâ.2 Dass es sich beim Generalstab nicht um eine Person handelte, sondern um eine Institution, die sich während des Konfliktes anschickte, die Kriegführung zu revolutionieren, war dem neugierigen britischen Beobachter laut dieser âZeitungsenteâ entgangen.
Dank der Siege in den deutschen âEinigungskriegenâ zwischen 1864 und 1871 sollte bis zum Ersten Weltkrieg vor allem der preuÃisch-deutsche Generalstab von zahlreichen Mythen umrankt werden. Nicht wenigen militärsachkundigen Zeitgenossen galt er als âOlymp der Armeeâ,3 als Wahrer des âGeheimnisses des Siegesâ.4 Folglich verwundert es kaum, dass die meisten europäischen Armeen sich am preuÃischen Vorbild orientierten und ihre Stäbe an den vermeintlichen preuÃischen Idealtypus anpassten. Selbst in GroÃbritannien, wo die Militärführung lange mit der Etablierung eines Generalstabs zögerte, traf das preuÃisch-deutsche Stabssystem auf Anerkennung. Der britische Militärhistoriker und Journalist Spenser Wilkinson warb 1891 unter dem Titel The Brain of an Army für die Einführung eines Stabes in der britischen Armee und bezog sich dabei auf den preuÃischen Stab.5 Der Mythos der perfekten Institution machte auch vor der Geschichtsschreibung keinen Halt und fand Eingang in zahlreiche Studien. Besonders US-amerikanische und britische Autoren zeichneten ein idealisiertes Bild. Der amerikanische Historiker Trevor N. Dupuy attestierte dem preuÃisch-deutschen Generalstab beispielsweise ein âGenius for Warâ,6 während der Offizier und spätere Archivar Hermann Teske noch 1952 glorifizierend formulierte, der (deutsche) Generalstab sei ein âKulturfaktor der Kriegskunstâ gewesen, aus dessen âGeist und Wesenâ hohe âsittliche Werteâ hervorgegangen seien, die âEingang in die Kulturwelt des gesamten Abendlandes gefundenâ hätten.7 Die Bedeutung des Stabsgedankens reichte so weit, dass sich Mitte des 20. Jahrhunderts auch Industrieunternehmen an der Arbeitsweise von Generalstäben orientierten.8 Selbst nüchterne Betrachter wie der Historiker Dierk Walter sehen in Generalstäben âProdukt, Motor und Kulminationspunkt der Professionalisierung der Offizierkorps der GroÃmächteâ oder die âSpeersitze des Professionalisierungsprozessesâ innerhalb europäischer Armeen.9 Eine solche Ãberhöhung der Institutionen fand ihren begrifflichen Niederschlag schlieÃlich auch in der deutschen Umgangssprache, gilt eine âgeneralstabsmäÃigeâ Planung doch noch heute als besonders sorgfältig, detailliert und wohldurchdacht.10
1. Aufgaben
Was aber sind Generalstäbe und was sind ihre Aufgaben? Schon das Kriegswesen des Altertums und des Mittelalters kannte die Einrichtung eines âStabesâ, wie der Kreis von Gehilfen genannt wurde, die den verantwortlichen Truppenbefehlshaber beraten und unterstützen sollten. Im Deutschen steht das Wort âStabâ nicht nur für Stütze und Hilfe, sondern in der Form des Feldmarschallstabs auch für das Symbol militärischer Führung.11 Die französische Form des Generalstabs (âétat-majorâ) greift in seiner Bedeutung sogar noch weiter und lässt sich auf den Begriff âStaatâ (franz. âétatâ) zurückführen.12 In seiner frühesten und weitesten Bedeutung bezeichnete der Stab das gesamte militärische Personal, das in Kriegszeiten keinem bestimmten Regiment angehörte, sondern dem Hauptquartier der Feldarmee â zumeist für Sonderaufgaben â unterstellt war.13 Doch erst mit dem Aufkommen der Massenheere und der immer komplexer werdenden Führung militärischer Verbände wurde im 19. Jahrhundert in vielen europäischen Armeen bereits im Frieden ein besonders ausgebildetes Planungs- und Führungsorgan eingerichtet, das häufig den Namen âGeneralstabâ erhielt. Die relativ kleinen Institutionen sollten die âGehirnfunktionenâ14 des Heeres übernehmen: Die Kriegs- und Aufmarschplanung, die Beobachtung möglicher Kontrahenten, die Beratung der Staats-/Armeeführung in militärischen Fragen sowie die Ausbildung der Generalstabsoffiziere gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den Aufgaben der meisten Generalstäbe. Viele Institutionen entsandten darüber hinaus eigene Offiziere zu den Truppen und Verbänden der heimischen Armee, um deren Generale zu unterstützen, als ihr alter ego zu fungieren oder â wie es John D. Stanley formuliert hat â ihre âcommanding machineâ zu sein.15 Im deutschen Sprachgebrauch hat sich für diese Generalstabsoffiziere der Terminus âTruppengeneralstabâ etabliert, im Englischen werden sie als âGeneral Staff with Troopsâ bezeichnet.16 Um diese Truppengeneralstäbe von den Planungsinstitutionen abzugrenzen, wird für letztere häufig der Begriff âGroÃer Generalstabâ verwendet, den der US-Historiker Dallas D. Irvine sinngemäà mit âcapital staffâ übersetzt hat.17
Auf die meisten europäischen Generalstäbe trafen Anfang des 20. Jahrhunderts beide Wortbedeutungen zu: Zum einen waren sie in ihren einzelnen Gliedern als âStabâ der Gehilfe und Ratgeber des kommandierenden Generals, zum zweiten aber in ihrer Gesamtheit auch âeine führende Behörde, deren Wirken im Kriege zu höchster Führungâ gelangte.18 Folgt man der umfangreichen Definition von Walter, so zeichnet sich ein Generalstab durch elf maÃgebliche Charakteristika aus: Er verfügt zunächst über eine eigenständige bürokratische Organisation und über eigene Ausbildungs- und Aufnahmeanforderungen. Des Weiteren durchzieht er âdie Armee wie ein Nervensystemâ, kann sich auf einen eigenen Dienstweg stützen, ist allein dem Monarchen oder dem Kriegsministerium unterstellt und zeichnet sich durch sein professionelles Generalistentum aus. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist sein permanentes Bestehen, schlieÃlich soll ein Generalstab bereits in Friedenszeiten den Krieg vorbereiten. Er âbildet das zentrale Koordinations-, Kontroll- und Aufsichtsorganâ, ohne tatsächliche Befehlsbefugnisse zu besitzen.19 Walter bezeichnet darüber hinaus die Organisation der Mobilmachung und des Aufmarsches der Armee als zentrale Aufgabe und âExistenzberechtigungâ eines Generalstabs. Auch ist er verantwortlich für eine einheitliche Doktrinbildung und ihre Ãberprüfung sowie für die militärwissenschaftlichen Sonderaufgaben der Kartografie, der amtlichen Militärgeschichtsschreibung und der Aufsicht über die höhere Offiziersausbildung. SchlieÃlich bildet ein Generalstab das zentrale Organ zur Informationsbeschaffung über fremde Heere und ausländische Kriegspotenziale. Er ist demnach âdas bürokratische System, das die Funktionsfähigkeit immer gröÃerer und differenzierterer Armeen in einem zunehmend komplexer werdenden technisierten Umfeld sicherstellt.â20
Letztlich differenziert Walter zwischen fünf verschiedenen Funktionsbereichen der Generalstäbe: Zu den âmilitärwissenschaftlichen Grundlagenaufgabenâ zählt er die Kartographie, die Landesaufnahme und die Kriegsgeschichte. Die meisten europäischen Generalstäbe eigneten sich diese Grundlagenaufgaben als erstes an. Früh waren sie auch für die âAusbildungsfunktionenâ zuständig, unter denen Walter die Generalstabsoffiziersausbildung, die Generalstabsreisen und die Kriegsspiele summiert. Die Zuständigkeiten für das militärische Nachrichtendienstwesen, die Mobilmachung und schlieÃlich die Aufmarsch- und Kriegsplanung, die Walter unter dem Begriff âvorbereitende und zuarbeitende Funktionenâ zusammenfasst, kamen hingegen wesentlich später hinzu. Als wichtigster Vorreiter erwies sich hier der preuÃische Generalstab. Auch im Hinblick auf die âausführenden Funktionenâ eines Generalstabs, nämlich die Kommunikation zwischen einzelnen Verbänden untereinander und zwischen Verbänden und der Befehlszentrale sowie die Aufsicht und das Kommando in Frieden und Krieg, bildete faktisch die Leitung der Operationen durch Helmuth von Moltke im Deutschen Krieg von 1866 den Präzedenzfall. Aus diesem Bedeutungszuwachs resultierten schlieÃlich auch die âKontrollfunktionenâ zahlreicher Generalstäbe, die mit der Auswertung von Erfahrungen sowie dem Einfluss auf die taktische Doktrinbildung der jeweiligen Armee umschrieben werden können.21
2. Die Geschichte des Stabswesens
Ein GroÃteil der europäischen Generalstäbe erlangte derart umfassende Kompetenzen natürlich nicht über Nacht. Vielmehr erwies sich der Bedeutungszuwachs der Institutionen als langwieriger Prozess, der auch unmittelbar vor Beginn des Ersten Weltkriegs keineswegs abgeschlossen war. Bereits antike Feldherren wie Alexander der GroÃe oder Gaius Julius Caesar bedienten sich spezieller Gehilfen, um ihre Armeen in die Schlacht führen zu können.22 Doch erst Mitte des 17. Jahrhunderts bildete sich ein Offizierskorps heraus, das â zumeist im Hauptquartier der Feldarmee loziert â spezielle Sonderaufgaben bearbeiten sollte, keinem bestimmten Regiment angehörte und sich lediglich in Kriegszeiten formierte. Die Spezialisierung dieser Offiziere war die Antwort der europäischen Armeen auf das stetige Wachstum der Heere, das es einem Feldherrn zunehmend erschwerte, den Ãberblick über sämtliche anfallenden Aufgaben zu bewahren. Als Vorläufer erwiesen sich hier die âGeneralquartiermeisterâ des schwedischen Königs Gustaf II. Adolf, die sich nicht nur um den Verpflegungsnachschub der Regimenter zu kümmern hatten, sondern darüber hinaus für die Märsche und Lager des Heeres verantwortlich waren. Auch in seinem Hauptquartier sammelte der Monarch Offiziere um sich, die sich um den Nachschub und die Abwicklung einzelner Waffengattungen kümmerten.23 Logistische Fragen spielten demnach bei Gustaf II. Adolf eine groÃe Rolle, was angesichts der Vernachlässigung von Nachschubfragen in vielen Heeren des 20. Jahrhunderts als hochgradig fortschrittlich anmutet.24
Schnell erkannten andere europäische Militärmächte den Vorteil des Generalquartiermeisterwesens und zogen nach. Vor allem zwischen Brandenburg-PreuÃen und Frankreich entwickelte sich in den nächsten Jahrhunderten ein regelrechter Zweikampf um das bessere Stabsmodell.25 Als Gehilfen des Oberbefehlshabers führte der französische Kriegsminister François Michel Le Tellier de Louvois in den 1670er-Jahren den Major Généraux ein, der durch Aides-Major-Généraux unterstützt wurde. Hinzu kamen noch die Maréchaux-Généraux de Logis, deren Aufgaben denen des schwedischen Generalquartiermeisters ähnelten. Zusammengefasst wurden die genannten Offiziere, die sich als eine Art Waffenstäbe auch um die verschiedenen Truppengattungen Infanterie, Kavallerie und Artillerie kümmerten, unter dem Begriff Ãtats-Major-Généraux des Armées, sodass sich sprachlich bereits die Verwandtschaft zum späteren französischen Generalstab manifestierte.26
Die ersten rudimentären Vorgänger des preuÃischen Generalstabs reichen bis zur Zeit des âGroÃen Kurfürstenâ Friedrich Wilhelm von Brandenburg zurück und lehnten sich ebenfalls an das schwedische Vorbild an.27 Der preuÃische Generalquartiermeisterstab (der Anfang des 19. Jahrhunderts zum âGeneralstabâ verkürzt wurde) war vor allem für die Betreuung des Ingenieurdienstes, die Ãberwachung der Marschrouten und die Auswahl der Lager verantwortlich. In Russland legte Zar Peter I. (âder GroÃeâ) den Grundstein für den russischen Generalquartiermeisterstab und orientierte sich dabei an den schwedischen und preuÃischen Modellen. Ãhnlich wie dort hatte der russische Generalquartiermeister rudimentär-operative und nachrichtendienstliche Funktionen.28 Alle Urstäbe bestanden indes lediglich in Kriegszeiten, während sie im Frieden wieder aufgelöst und ihre Offiziere auf die einzelnen Regimenter verteilt wurden.
Der preuÃische König Friedrich II. (âder GroÃeâ) stellte 1764 erste Grundlagen eines auch in Friedenszeiten bestehenden Generalquartiermeisterstabs auf, auch wenn sich dessen Aufgaben darauf beschränkten, Feldbefestigungen und Lager anzulegen, Kolonnenwege zu erkunden und die feindlichen Stellungen auszukundschaften. Von einer selbstständigen Leitung der Operationen war diese Institution noch weit entfernt,29 zumal Friedrich II. lediglich einen kleinen Stab an Gehilfen brauchte, die subalterne Dienste ausführten. Als roi connétable und militärisch fähiger Oberbefehlshaber führte der preuÃische König seine Armeen selbst und benötigte nur selten Beratung.30 1765 rief Friedrich II. die âAcademie des Noblesâ ins Leben, die verheiÃungsvolle Offiziere weiter schulen und ausbilden sollte und damit gewissermaÃen den Vorläufer der späteren preuÃischen Kriegsakademie bildete.31 Einen Bedeutungsschub erhielt der Generalstabsgedanke im Nachgang des Siebenjährigen Krieges (1756-1763). In Russland reformierte der frühere hessische Offizier Theodore Baur den fortan auch in Friedenszeiten bestehenden Generalquartiermeisterstab und stattete ihn mit weiteren Befugnissen aus, auch wenn diese in den folgenden Jahrzehnten wieder rückgängig gemacht wurden.32 In Frankreich errichtete der General Pierre Joseph de Bourcet 1766 mit dem service dâétat-major des logis des armées den ersten âcapital staffâ, der die französische Armee auf verschiedene Kriegsschauplätze vorbereiten sollte, allerdings nur bis 1771 bestand. Zwölf Jahre später kurzzeitig wiederbelebt, führten die Wirren der Französischen Revolution zu einer Umwandlung der nunmehr als corps dâétat-major de lâarmée bezeichneten Institution in einen Adjutantendienst.33 An die Stelle der einzelnen Waffenstäbe trat nun ein Truppengeneralstab, wobei jede Armee über einen eigenen Stab verfügte.34 Damit erwies sich das französische Stabssystem am Ende des 18. Jahrhunderts als europäischer Vorreiter.
Die Revolutionierung der Kriegführung im Zuge der Französischen Revolution und der daran anschlieÃenden Napoleonischen Kriege leitete einen tiefgreifenden Wandel in den Bereichen Armeeführung und Militärbürokratie ein.35 Die französische levée en masse, eine frühe Form der allgemeinen Wehrpflicht, ermöglichte bisher unbekannte Truppenstärken. Statt aus einer Armee, die in einer langen Kolonne auf einer einzigen Route marschierte und von einem einzigen General in die Schlacht geführt wurde, bestanden Heere nun aus einer Gruppe von Armeen, die von verschiedenen Generälen geführt wurden, oft auf parallelen Routen marschierten und sich erst auf dem Schlachtfeld vereinten.36 Hinzu kam die neuartige Gliederung der Armeen in Korps und Divisionen â GroÃverbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt waren und unabhängig vom Armeeoberbefehlshaber operieren konnten, den Koordinationsaufwand zugleich aber enorm erhöhten.37 Die gröÃeren Armeen erforderten gröÃere Schlachtfelder, sodass der Raum eine neue Bedeutung bekam.38 Auch abseits der mit der Wehrpflicht verbundenen Ãnderungen wandelte sich das Kriegsbild. Eine zunehmend bessere Infrastruktur erhöhte das Marschtempo von Armeen, besseres Kartenmaterial erleichterte die Orientierung. Darüber hinaus erhöhte die Weiterentwicklung der Waffen die Feuerkraft des einzelnen Soldaten, machte Kavallerieattacken zu einem selbstmörderischen Unternehmen und revolutionierte so die Taktik.39
Die europäischen Mächte gingen unterschiedlich mit den daraus resultierenden Herausforderungen um: Die französische Armee der Revolutions- und Napoleonischen Kriege stützte sich in erster Linie auf das militärische Können Napoleon Bonapartes, der die Operationen nahezu unabhängig von den Empfehlungen seiner Berater plante und Stabsoffiziere lediglich als Adjutanten benötigte.40 Einer der bekanntesten Gehilfen des französischen Kaisers war sein Stabschef Louis-Alexandre Berthier, der bereits 1796 die Gliederung eines Truppengeneralstabs entwarf, deren Grundzüge im französischen Stabswesen bis in die Zeit der Weltkriege galten: Einem Stabschef unterstanden vier Offiziere, die für die Bereiche Organisation/Truppenbewegungen, Bewaffnungsfragen, Terrain- und Feinderkundung sowie Fragen des jeweiligen (Armee- oder Divisions-) Hauptquartiers zuständig waren.41 Armeen und Divisionen wurden nun mit solchen Stäben ausgestattet. Der Stabschef hatte alle organisatorischen Fäden in der Hand, fungierte aber gemäà den französischen Ansichten über das Stabswesen mehr als Chefadjutant denn als alter ego des Oberbefehlshabers. Auch Berthier fiel daher eher die Rolle des Organisators als die des ebenbürtigen operativen Beraters zu.42 Die Herrschaft Napoleons erwies sich darüber hinaus in theoretischer Hinsicht als fruchtbar für die Entwicklung des Stabswesens: So verfasste der französische General Paul Thiébault mit dem Buch Manuel général du service des états-majors généraux et divisionnaires dans les armées gewissermaÃen das erste Handbuch, das sich allein dem Thema Generalstab widmete. Das Werk erwies sich auch auÃerhalb Frankreichs als auÃerordentlich einflussreich und wurde in etliche Sprachen übersetzt.43
Während sich die französische Armee auf das militärische Genie Napoleons verlieÃ,44 suchten innerhalb der preuÃischen Armee zwei Offiziere nach Möglichkeiten, das mangelnde Feldherrntalent des preuÃischen Königs sowie die begrenzten Fähigkeiten der gröÃtenteils noch in friderizianischen Mustern verhafteten preuÃischen Generalität auszugleichen.45 Gerhard von Scharnhorst und Christian von Massenbach hatten erkannt, dass ein guter, organisierter Stab auch dann noch überdauerte, wenn das (militärische) Genie eines Einzelnen längst zu Grabe getragen war.46 Bereits 1793/94 stellte Scharnhorst, zu dieser Zeit noch Offizier in der hannoverschen Armee, erste Ãberlegungen an, wie kommandierende Generäle entlastet und unterstützt werden könnten. Scharnhorst plädierte dabei für die Aufstellung eines wissenschaftlich gebildeten Stabs, um so eine Art âcorporate geniusâ zu schaffen, das den kommandierenden General beraten und â falls nötig â in die richtige Richtung lenken sollte.47 Grundidee war es dabei, âAlt und Jung, Adel und Bildung, Erfahrung und Modernität, Beharrung und Sturm und Drangâ bei der Führung von Truppen in Verbindung zu bringen.48 Durch die Transformation der Kriegführung mussten Generale nun vielfach schriftliche statt mündliche Befehle geben. Auch die Fähigkeit, Truppenbewegungen anhand möglichst exakter Karten zu planen, wurde wichtiger.49 Hierfür war der Feldherr auf die Unterstützung besonders ausgebildeter Offiziere angewiesen. âMilitärische Akademikerâ, die eine umfassende und praktische Ausbildung aufweisen konnten und für die selbstständiges Denken kein Tabu war, waren nach der Ansicht Scharnhorsts fortan dafür da, die mangelhafte Bildung der hohen Generalität aufzufangen.50 Mit dieser Aufgabenzuschreibung legte der Offizier den Grundstein für den späteren âTruppengeneralstabâ, zeigte aber an der Errichtung einer zentralen Planungsinstanz kein Interesse.51
Die revolutionäre Idee, eine Institution zu schaffen, die sich bereits in Friedenszeiten mit zukünftigen Kriegen auseinandersetzte, blieb daher Massenbach vorbehalten. Im Jahr 1802/03 forderte er eine umfassende Reform der Gliederung und Aufgabenbereiche des noch aus der Zeit Friedrichs II. stammenden Generalquartiermeisterstabs. Massenbach schlug in mehreren Denkschriften dessen Gliederung in drei Abteilungen vor, die bereits vor möglichen militärischen Auseinandersetzungen alle denkbaren Kriegsfälle vorbereiten sollten. Geographisch unterteilten sich die Abteilungen in eine westliche, eine mittlere und eine östliche, die sich in erster Linie mit der Ausarbeitung von Kriegsszenarien und der nachrichtendienstlichen Tätigkeit gegen Frankreich, Ãsterreich und Russland befassten.52 Räumlich sollte der Generalquartiermeisterstab in Potsdam zentralisiert werden und nach den Plänen Massenbachs eine bessere Abstimmung zwischen Staatskunst und Kriegshandwerk ermöglichen.53 PreuÃens König Friedrich Wilhelm III. billigte die meisten Ideen seines umtriebigen Offiziers, der auf diese Weise zum Begründer des preuÃischen GroÃen Generalstabs wurde.54 Darüber hinaus gehende Forderungen Massenbachs, dem Generalquartiermeister das Recht zum direkten Vortrag vor dem König, das sogenannte âImmediatrechtâ, einzuräumen, wurden jedoch vom militärischen Gefolge des Königs abgelehnt, das um seinen Einfluss fürchtete.55
Sowohl Scharnhorsts als auch Massenbachs Reformvorschläge stützen die These des amerikanischen Historikers David Kahn, der drei Voraussetzungen für das Entstehen von Generalstäben herausgearbeitet hat: Säkularisation, Bürokratisierung und Management.56 Während das Zeitalter der Säkularisation das philosophische Fundament für Generalstäbe legte, da diese ihre Arbeiten fortan auf einer logischen, überprüfbaren Grundlage aufbauen konnten, mündete die zunehmende Bürokratisierung der europäischen Staatswesen in einem gestiegenen Verlangen nach Informationen â nicht zuletzt auch im militärischen Bereich. Gerade das Wachstum der Heere stellte die verantwortlichen Offiziere vor groÃe Herausforderungen: Sie mussten die Bewegungen der Armeen ebenso akribisch planen und miteinander abstimmen wie deren Versorgung. Gesammelte Informationen über Infrastruktur, Terrain, das eigene Leistungsvermögen und das des Gegners wurden so zur Voraussetzung für eine erfolgreiche logistische und militärische Planung. Diese Entwicklung des zunehmenden Informationsbedarfs wurde durch den späteren Siegeszug der Eisenbahn sowie fortschreitende Neuerungen im Bereich der Waffentechnik noch beschleunigt. Als letzten Faktor führt Kahn das professioneller werdende Management an: Mit der technischen Weiterentwicklung der Schusswaffen und den daraus resultierenden taktischen Neuerungen mussten Soldaten zunehmend in der Lage sein, Arbeitsanweisungen, Sicherheitswarnungen und Organisationsanweisungen zu lesen; sie mussten den Bedarf an Treibstoff und Rohstoffen sowie die Erwartungen an die Arbeitskräfte berechnen können. Neue Spezialisten wie Eisenbahningenieure, Signaloffiziere, Versorgungsoffiziere, Nachrichtenoffiziere oder Festungskonstrukteure mussten ihre unterschiedlichen Fachkenntnisse auf ein einziges Problem konzentrieren. Die meisten europäischen Armeen âbrachten diese Spezialisten unter dem Vorsitz des Generalstabschefs zusammen, um für die Zukunft zu planenâ, so Kahn.57 Der Historiker Helmut F. Spinner spricht in diesem Zusammenhang von der âInstitutionalisierung militärischer Erstklassigkeitâ,58 hielten doch nun wissenschaftliche Methoden Einzug in die Kriegführung.
Anfang des 19. Jahrhunderts war der Siegeszug der Eisenbahn indes noch Zukunftsmusik. Doch auch die Pläne der beiden Offiziere wurden zunächst noch nicht vollständig umgesetzt. Während Massenbach immerhin mit dem GroÃteil seiner Ideen durchgedrungen war, blieben der seit 1801 in der preuÃischen Armee dienende Scharnhorst und seine Pläne zunächst weitgehend unbeachtet. Zwar erhielten die gröÃeren preuÃischen Verbände erste Generalstabsoffiziere zugeteilt, doch fehlte zur fruchtbaren Umsetzung der Ideen eine wichtige Voraussetzung: Die wissenschaftliche Ausbildung der âFührergehilfenâ. Erst nach den preuÃischen Niederlagen bei Jena und Auerstedt 1806 schlug Scharnhorsts Stunde. Als einer der einflussreichsten Armeereformer leitete er bedeutende Umgestaltungen im Bereich des Generalquartiermeisterstabes ein. 1809 wurde das preuÃische Kriegsministerium unter der Bezeichnung âAllgemeines Kriegsdepartementâ neu gegründet und der Generalquartiermeisterstab diesem als 2. Division, später als 2. Departement, unterstellt. Der Etablierung dieses âzentralen Körpersâ, der später den Namen âGroÃer Generalstabâ erhalten sollte, folgte die Einrichtung zahlreicher âGliederâ. Denn als eine seiner wesentlichsten Aufgaben übertrugen die Reformer um Scharnhorst dem Generalquartiermeisterstab fortan die Beratung der höheren Generalität: Der Truppengeneralstab etablierte sich. Angehende Stabsoffiziere sollten auf der 1810 ins Leben gerufenen âAllgemeinen Kriegsschuleâ (der späteren Kriegsakademie) gründlich geschult und ausgebildet werden.59 Ab 1813 wurden mehrere Offiziere des Stabes systematisch preuÃischen Verbänden zugeteilt. Männer wie August Neidhardt von Gneisenau nahmen in den âBefreiungskriegenâ gegen Napoleon von 1813 bis 1815 die beratenden Aufgaben wahr, ohne jedoch dauerhaften Einfluss auf die Operationen ausüben zu können.60 Eine weitere Ausweitung der institutionellen Befugnisse misslang indes auch Scharnhorst: Die Rolle eines zentralen militärischen Beraters des Obersten Kriegsherrn oblag nach wie vor nicht dem Chef des Generalquartiermeisterstabes, sondern dem Kriegsminister.61
Auch eine letzte wesentliche Ãnderung ging auf Scharnhorst zurück: Der Militärreformer setzte 1809 durch, dass Stabsoffiziere zwischen Stabsverwendungen und dem Dienst in der Truppe (der sogenannten âFrontâ) wechselten, um auf diese Weise die Ansichten der Zentrale in den einzelnen Divisionen und Korps zu verbreiten.62 1817 erhielt der preuÃische Generalquartiermeisterstab schlieÃlich offiziell die Bezeichnung âGeneralstabâ. Vier Jahre später gelang dem Chef des Generalstabs, Karl von Müffling gen. WeiÃ, die rechtliche Loslösung seiner Behörde vom Kriegsministerium. Indes war der Generalstab nur formal dem Ministerium gleichgestellt, da sein Chef weiterhin kein Vortragsrecht vor dem Monarchen besaà und Vorschläge und Berichte über den Kriegsminister an den König senden musste.63 Müffling führte weitere Neuerungen ein, die den preuÃischen Generalstab Schritt für Schritt zu einer moderneren und effizienteren Institution machten. Neben der Etablierung der Generalstabsreisen und -übungen64 erwies sich dabei die Schaffung eines separaten Generalstabsdienstweges als wichtige MaÃnahme. Generalstabsoffiziere konnten fortan ohne Rücksicht auf das Kriegsministerium oder die Truppenkommandeure unmittelbar an den Chef des Generalstabs berichten. Diese Kompetenz stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl und garantierte die unité de doctrine, die Einheitlichkeit der taktischen und operativen Vorstellungen der Generalstabsoffiziere im Frieden und im Krieg.65
Die bahnbrechenden Entwicklungen in PreuÃen fanden zunächst keine Nachahmer, auch nicht innerhalb des Deutschen Bundes.66 Trotz der Revolution in der Kriegführung setzten die meisten europäischen Staaten nur zaghaft erste Neuerungen im Bereich des Stabswesens um. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts besaÃen viele europäische Armeen lediglich spezielle Institutionen, die sich mit der Landesaufnahme und der Anfertigung von Karten sowie mit militärstatistischen Fragen befassten. Auffällig ist vor allem der Unterschied zwischen PreuÃen und Frankreich, hatte letzteres doch nach den Napoleonischen Kriegen seinen Vorsprung im Bereich des Stabswesens eingebüÃt. Inwiefern die Französische Revolution hierfür als Ursache angesehen werden kann, ist in der Forschung umstritten.67 Nach den preuÃischen Armeereformen hatten die französischen Stabsoffiziere wesentlich weniger Befugnisse als ihre preuÃischen Kollegen. Während die Offiziere rechts des Rheins die Kommandeure beraten durften, bevorzugt befördert und umfassend militärisch geschult wurden, dienten sie links des Rheins lediglich als bessere Bürogehilfen. Im Adjutantendienst war es ihre Aufgabe, die Gedanken des Befehlshabers zu Papier zu bringen, nicht aber, sie zu lenken und zu kanalisieren. 1818 wurde ein geschlossenes Generalstabsoffizierkorps geschaffen, das sich fortan aus der im gleichen Jahr gegründeten Ecole dâApplication dâÃtat-major rekrutierte, jedoch bis auf wenige Ausnahmen keinerlei Wechsel zwischen Stab und âFrontâ unterworfen war.68 Französische Stabsoffiziere wurden somit bis zum Dienstende allein in Stabspositionen verwendet, was eine Entfremdung zwischen Stab und Truppe zur Folge hatte. Weitere Umstände trugen zum Bedeutungsverlust bei. SchlieÃlich hatte die französische Generalität während der Napoleonischen Kriege in Anlehnung an den Kaiser gelernt, auch ohne fähige Berater erfolgreich zu führen. Generalstabsoffiziere wurden für die Erstellung der ersten wissenschaftlichen Karte von Frankreich herangezogen, nicht aber in Kriegsspielen oder Generalstabsreisen operativ geschult. Befördert wurden sie zudem nicht nach Leistung, sondern nach Dienstalter.69
Allein im Hinblick auf den Aufbau eines Nachrichtenwesens (in erster Linie gegen den Deutschen Bund) sowie die Landesaufnahme erwiesen sich die französischen Stabsoffiziere als ebenbürtig. Sie mussten eine zweijährige Ausbildung an der Ecole dâApplication dâÃtat-major absolvieren, die allerdings nicht derart breites Wissen vermittelte wie ihr Pendant an der preuÃischen Kriegsakademie. Eine bürokratische Zentralorganisation, vergleichbar mit dem preuÃischen âGroÃen Generalstabâ, fehlte völlig.70 Letztlich leistete sich Frankreich einen Generalstab, der mit bis zu 600 Offizieren âpersonell sogar noch gröÃer war als der des riesigen russischen Reiches, der für seine wirklichen Aufgaben überqualifiziert war, und mit dem die Truppenbefehlshaber nichts anzufangen wussten.â71
Mitte des 19. Jahrhunderts fiel die minutiöse Kriegsplanung noch nicht in das Ressort der rudimentären Stäbe. Auch der preuÃische Stab machte hier zunächst keine Ausnahme. SchlieÃlich sei es eine Torheit anzunehmen, Kriege lieÃen sich auf Jahre hinaus vorausberechnen, so das Credo der beiden Generalstabschefs Karl von Grolman und Wilhelm von Krauseneck.72 Dies änderte sich erst mit dem Bedeutungszuwachs der Eisenbahn, die derart rasche Truppenverschiebungen ermöglichte, dass Heere ihre Feldzüge möglichst umfassend planen mussten, um erfolgreich zu sein.73 Krauseneck förderte erstmals kommunikationstechnische Neuerungen und begründete somit den Ruf des preuÃischen Generalstabs, technische Entwicklungen frühzeitig für militärische Zwecke nutzbar zu machen. Neben dem Ausbau der Eisenbahn stand fortan auch die Ausweitung des telegraphischen Netzes auf der Agenda. Eine weitere Neuerung in Krausenecks Amtszeit war die Aufstellung eines jährlich aktualisierten Mobilmachungsplans, wobei die Mobilmachung selbst auch weiterhin in den Zuständigkeitsbereich des preuÃischen Kriegsministeriums fiel.74
Dass eisenbahntechnische Fragen über Sieg und Niederlage entscheiden konnten, erfasste in seiner gesamten Bandbreite jedoch erst Helmuth von Moltke, der 1857 das Amt des preuÃischen Generalstabschefs übernahm.75 Die Mobilmachungen der preuÃischen Armee in den Jahren 1850 und 1859 waren noch derart schleppend und chaotisch verlaufen, dass sich Moltke fortan um eine bessere Einbindung der Eisenbahn bemühte.76 Ab 1861 wurden sogenannte âLinienkommissionenâ errichtet, die im Kriegsfall die notwendigen Betriebsmittel und die Ausarbeitung der präzisen Fahrtdispositionen zu besorgen hatten. In erster Linie waren sie jedoch für den reibungslosen Fahrbetrieb auf ihrer Strecke verantwortlich, indem sie die Einhaltung der Verladezeiten, die richtige Reihenfolge der Züge sowie die Einhaltung der Fahrzeiten überwachten.77 1864 wurde innerhalb der 2. Abteilung des preuÃischen Generalstabs eine Eisenbahnsektion ins Leben gerufen und 1867/69 zu einer selbstständigen Abteilung aufgewertet. Sie kümmerte sich fortan um die Erstellung des Mobilmachungsplans und entwarf die Transporttabellen für die einzelnen preuÃischen Verbände.78 Erst jetzt, so formuliert es der Historiker Dallas D. Irvine, hatte PreuÃens GroÃer Generalstab die Befugnisse eines vollkommenen âcapital staffâ unter sich vereint.79
Drei Kriege waren es schlieÃlich, die der preuÃischen Institution zum vollen Durchbruch verhalfen. Beim Ausbruch des Krieges gegen Dänemark 1864 musste Moltke seine Pläne noch über den preuÃischen Kriegsminister an das Oberkommando leiten. Vom Kriegsminister wurde er lediglich dazu aufgefordert, Vorschläge zur Operationsführung zu machen.80 Der Krieg gegen Ãsterreich von 1866 endete nicht nur mit einem weiteren preuÃischen Sieg, sondern vor allem auch mit einem Bedeutungszuwachs von Moltkes Generalstab. Der auf dem getrennten Aufmarsch der einzelnen Armeen basierende Sieg bei Königgrätz steigerte Moltkes Prestige enorm und begründete seinen Ruf als herausragender Stratege und militärischer Planer. Zuvor hatte der preuÃische König Wilhelm I. seinem Generalstabschef zum ersten Mal die Befehlsgewalt über Truppen eingeräumt.81 Auf diese Weise war der Chef des Generalstabs nicht nur für die Planung, sondern auch für die Führung der Operationen verantwortlich geworden und musste das Kriegsministerium nur noch über seine Absichten informieren.
Während des Kriegs gegen Frankreich leitete Moltke sämtliche Operationen, die er zuvor, ebenso wie den Aufmarsch der Truppen, auch selbst ausgearbeitet hatte.82 Armee- und Korpsbefehlshabern lieà er viel Freiraum und gab lediglich die übergeordneten Ziele vor. Wenn auch bei weitem nicht alle Kommandeure nach dem Wunsch Moltkes führten,83 setzte sich doch das System der Führung durch Direktiven im GroÃen und Ganzen durch und galt nach 1871 als Ideal.84 Wichtigstes Instrument waren dabei die Truppengeneralstabsoffiziere, die â im Sinne einer einheitlichen Doktrin geschult â die Ansichten der Zentrale (also Moltkes) durchsetzen konnten, indem sie den kommandierenden Generale berieten.85 Der Generalstabschef nahm nur einen kleinen Stab von 15 Offizieren mit in den Krieg, während mit dem mobilen Heer über 200 Generalstabsoffiziere ins Feld ausrückten und die deutschen Kommandeure unterstützten. Der siegreiche Ausgang des Konflikts begründete schlieÃlich auch den Nimbus der Unfehlbarkeit des Generalstabs, dessen Offiziere fortan als âHalbgötterâ und als Elite innerhalb der Elite betrachtet wurden.86 Auch das Selbstverständnis der Generalstabsoffiziere entwickelte sich zu einem besonderen Kastendenken.87
Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich PreuÃen somit einen eindeutigen institutionellen Vorsprung erarbeitet. Wie groà dieser war, offenbart der Vergleich: Während die preuÃischen Siege die Ãberlegenheit des Stabssystems eindrucksvoll bewiesen, führten beinahe zeitgleich die Heere der Vereinigten Staaten sowie der Konföderierten Staaten von Amerika einen blutigen Bürgerkrieg gänzlich ohne Stabsoffiziere und generalstabsähnliche Organisation.88 Ãhnlich rudimentär war das britische Stabssystem: Kommandeure suchten sich ihren Stab selbst aus, es gab keine Generalstabslaufbahn oder ein geschlossenes Generalstabskorps, geschweige denn einen âcapital staffâ. Erst 1858 wurde eine Schule für Generalstabsoffiziere ins Leben gerufen.89 âFührungstechnischâ, betont Dierk Walter, âstand die britische Armee in den 1860ern auf dem Stand nicht einmal der napoleonischen, sondern bestenfalls der Revolutionskriege.â90
Die drohende Auseinandersetzung mit PreuÃen-Deutschland vor Augen, bemühte sich der französische Kriegsminister Adolphe Niel in den 1860er-Jahren um Reformen des Stabssystems. Das Dépot de la Guerre, vergleichbar mit dem GroÃen Generalstab PreuÃens, wurde erheblich aufgewertet und in zwei Bureaux aufgeteilt, die sich mit Kartographie und Militärgeschichte, aber auch mit Operationsplanung und militärischer Nachrichtendiensttätigkeit auseinandersetzen sollten. Die Reformen kamen indes zu spät, um noch positive Wirkungen zeitigen und Einfluss auf die französische Kriegführung während des Krieges von 1870/71 nehmen zu können.91
In Ãsterreich und Russland war Mitte der 1860er-Jahre immerhin ein Stabssystem vorhanden, dass im Hinblick auf die Befugnisse groÃe Ãhnlichkeiten mit dem preuÃischen Modell aufwies. Im Kompetenz- und Reformwirrwarr des österreichischen Vielvölkerreichs bestanden viele davon indes nur auf dem Papier, zumal die Institution keinen Einfluss auf die höhere Offiziersausbildung (und damit die Ausbildung und Rekrutierung der eigenen Generalstabsoffiziere) nehmen konnte.92 Immerhin verfügte die österreichische Armee bereits über einen eigenen Truppengeneralstab, dessen Offiziere allerdings nicht derart einflussreiche Positionen einnahmen wie in PreuÃen und der immer wieder das Ziel von Etatkürzungen wurde.93
In Russland war 1815 der âHauptstab seiner Majestät des Kaisersâ ins Leben gerufen worden, der nach der russischen Niederlage im Krimkrieg (1853-1856) 1865 reformiert und dem Kriegsministerium unterstellt wurde. Der âHauptstabâ war fortan einerseits für das Nachrichtenwesen, die Landesaufnahme, logistische Aufgaben und Operationspläne zuständig, anderseits bearbeitete er aber auch Offizierspersonalien und Ausrüstungsfragen. Zudem beaufsichtige er die Generalstabsakademie.94 Obwohl die Institution damit für ein weitaus gröÃeres Themenspektrum zuständig war als der preuÃische GroÃe Generalstab, blieb der Hauptstab vom russischen Kriegsminister abhängig, der aus Furcht vor eigenem Machtverlust bewusst auf die Aufstellung eines mächtigeren Generalstabs verzichtet hatte.95 Der russische Truppengeneralstab lehnte sich hingegen bewusst am preuÃischen Modell an, sodass die Stabsoffiziere über einen ähnlich groÃen Einfluss verfügten. Als zweitwichtigster Mann hinter dem Kommandeur genoss der Stabschef allerdings nicht eine derart groÃe Autorität wie der Stabschef in den preuÃischen GroÃverbänden.96
Fasst man die Entwicklungen im Stabswesen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen, so konnte demnach allein die preuÃische Armee auf einen Generalstab zurückgreifen, der sowohl Planungs- als auch Führungsinstanz war und der die Kriegführung maÃgeblich unterstützen und beeinflussen, ja sogar im Namen des âObersten Kriegsherrnâ Befehle erteilen konnte.97 Nach 1871 nahmen sich viele europäische Heere daher ein Beispiel am preuÃischen Vorbild und organisierten ihren Generalstab nach diesem bewährten Muster. Ãsterreich erwies sich dabei als Vorreiter: Im September 1866 trat Franz von John an die Spitze des Generalstabs und leitete in den folgenden Monaten grundlegende Reformen ein. Der Austausch der Generalstabsoffiziere zwischen Stab und Truppe wurde intensiviert, die Kriegsschule dem Generalstab unterstellt. In der Hierarchie nach wie vor unterhalb des Kriegsministeriums angesiedelt, fungierte der Generalstab als dessen beratendes Organ. Erst ab 1875 durfte der Chef des Generalstabs seine Anliegen auch direkt dem Kaiser vorlegen. Unter Johns Nachfolger Franz Kuhn von Kuhnenfeld wurden ab 1871 zudem Kriegsspiele und Generalstabsreisen eingeführt, um die Ausbildung der Stabsoffiziere zu verbessern. Die faktische Loslösung der Institution vom österreichischen Kriegsministerium vollzog Friedrich von Beck, der von 1881 bis 1906 als Generalstabschef fungierte und die Unterstellung seines Amtes unter den Kaiser durchsetzte.98
Frankreichs Reformen folgten 1874. Die Armee der Dritten Republik gab damit der These neue Nahrung, dass es offensichtlich erst verheerender militärischer Niederlagen (wie PreuÃen 1806, Ãsterreich 1866 und eben Frankreich 1870/71) bedurfte, um ein funktionierendes Stabssystem zu etablieren. Die seit 1871 in Angriff genommenen umfangreichen Armeereformen gipfelten Ende 1874 in der Einführung eines GroÃen Generalstabs (état-major général de armée). Eingeteilt in drei Büros (Organisation und Logistik, Feindaufklärung, Operationen) blieb die Institution und der ihr vorstehende Chef allerdings dem Kriegsminister unterstellt, der die Geschicke der französischen Armee entscheidend bestimmte. Wechselte der Kriegsminister, trat bis 1888 in der Regel auch der französische Generalstabschef zurück. Erst danach wurde diese politische Abhängigkeit reduziert.99 Da die französische Heerführung die Teilung von Funktionen einer Bündelung wie im deutschen Fall vorzog, erblickt der Historiker Eugene O. Porter im französischen Generalstab eine direkte Antithese zu seinem deutschen Gegenstück.100 Allerdings orientierte sich Frankreich nun ganz an der deutschen Ausbildung, setzte auf Kriegsspiele und Generalstabsreisen und etablierte den Wechsel der Stabsoffiziere zwischen Front und Stab.101
Die jungen Nationalstaaten auf dem Balkan errichteten in den 1860er- und 1870er-Jahren ebenfalls erste Stabssysteme.102 Die Schweiz, die sich seit den 1820er-Jahren am französischen Stabswesen orientiert hatte, lehnte sich ab den 1890er-Jahren ebenfalls am preuÃisch-deutschen Vorbild an.103 Der Stabsgedanke hielt 1878 auch im aufstrebenden Japan Einzug. Der SanbÅ Honbu (Generalstabsbüro der Kaiserlich Japanischen Armee) firmierte fortan direkt unter dem japanischen Kaiser und war nicht nur für die militärische Planung zuständig, sondern auch für die Operationsführung im Falle eines Krieges. Ãhnlich wie in PreuÃen unterlag der Generalstab damit allein der kaiserlichen Kommandogewalt (jap. tÅsui-ken).104
Als Nachzügler erwiesen sich die USA, die 1903 einen GroÃen Generalstab einrichteten, mit der Etablierung eines Truppengeneralstabs aber noch bis 1920 warteten,105 und GroÃbritannien, das 1906 einen âcapital staffâ ins Leben rief.106 In beiden Ländern wurde die Unabhängigkeit der Institution indes begrenzt, indem man sie dem Secretary of War (Kriegsminister) bzw. dem War Office (Kriegsministerium) unterstellte.
3. Warum ein weiteres Buch über Generalstäbe?
Der kurze Abriss über Aufgaben und Geschichte der Generalstäbe bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lässt erkennen, wie facettenreich die Arbeit der Institutionen war, zumal ihre Aufgaben und Kompetenzen im 20. Jahrhundert weiter zunahmen. Hier schlieÃen die Beiträge des Sammelbands zeitlich und inhaltlich an. Doch warum noch ein Buch über Generalstäbe? Ist dazu nicht bereits alles gesagt und geschrieben worden? Die Antwort lautet ganz klar nein! Ungeachtet der bedeutungsvollen Befugnisse der Generalstäbe hat sich die Historiografie in höchst unterschiedlichem MaÃe der Erforschung der geheimnisumwitterten Einrichtungen gewidmet. Umfangreich untersucht ist beispielsweise der preuÃisch-deutsche Generalstab, einmal wegen seiner Vorbildfunktion für andere Armeen, sodann aber auch wegen der verhängnisvollen Rolle, die er im Vorfeld der beiden Weltkriege und währenddessen spielte.107 Für die Generalstäbe anderer Länder ist der Forschungsstand hingegen weitaus rudimentärer. Sicherlich wurden auch die russischen, französischen und britischen Institutionen schon mehrfach beleuchtet,108 doch finden sich auf dem Buchmarkt nur wenige Studien, welche die Geschichte mehrerer Generalstäbe in kompakter Art und Weise innerhalb eines Bandes untersuchen und auf diese Weise Vergleiche ermöglichen.109 Wenig bekannt sind darüber hinaus die Generalstäbe der ost- und südosteuropäischen Länder â unabhängig davon, ob die Zeit vor dem Ersten oder vor dem Zweiten Weltkrieg im Fokus steht.
Der vorliegende Sammelband stellt die jeweiligen âcapital staffsâ in den Mittelpunkt, während die Truppengeneralstäbe lediglich am Rande thematisiert werden sollen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Zeitalter der Weltkriege. Dieser zeitliche Zugriff bietet mehrere Vorteile: Zum einen verfügten die meisten Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts über ein (nahezu) vollständig etabliertes Generalstabssystem, das eine Untersuchung rechtfertigt. Zum anderen waren die Jahre vor den beiden Weltkriegen von stetigen internationalen Spannungen und Rüstungswettläufen geprägt â zwei Umstände, die eine Analyse der Handlungen von Generalstäben besonders lohnenswert machen. SchlieÃlich ist die Kriegsvorbereitung Wesenselement und Daseinsberechtigung eines Generalstabs.
Der Sammelband soll aber nicht nur Einblick in bislang unterbelichtete Generalstäbe geben, sondern auch neue Fragen aufgreifen: So waren die Institutionen häufig nicht nur Zentren der Operationsplanung und -führung, sondern auch die Schnittstellen der militärischen Geheimdienstarbeit. Gerade dieser Bereich ist allerdings von der historischen Forschung bislang weitgehend ausgeblendet worden,110 obwohl es ja eine der Hauptaufgaben eines Generalstabs ist, vorauszuschauen. Mit der Geheimdienstarbeit verbunden war stets der Hauch des Okkulten, von dem AuÃenstehende nichts erfuhren.111 Nicht umsonst nannte der Historiker Eckart Kehr den preuÃischen Generalstab das âmystische Ungeheuerâ.112 Besonders in GroÃbritannien genoss militärische Geheimdienstarbeit einen guten Ruf. Folglich ging der britische Generalstab aus dem militärischen Nachrichtendienst (der âIntelligence Divisionâ) hervor, nicht aus der Operationsabteilung.113
Wenig Aufmerksamkeit ist bisher auch soziokulturellen Fragen entgegengebracht worden. So ist zu klären, ob es sich bei den Generalstabsoffizieren wirklich um die Militärelite des jeweiligen Landes handelte â wie von der Historiografie häufig behauptet114 â und wie die Sozialisation der Generalstabsoffiziere aussah. Waren Generalstäbe meritokratische Institutionen oder spielte Patronage eine ebenso groÃe Rolle wie im restlichen Offizierskorps? Auch eine naheliegende Frage ist bislang kaum untersucht worden: Obwohl der preuÃische Generalstab als Vorbild für viele Generalstäbe innerhalb Europas galt, hat kaum eine Studie bislang hinterfragt, welche Arbeitsweisen oder organisatorischen und strukturellen Belange durch ausländische Institutionen übernommen wurden.115
Spannend sind auch jene Fragen, die sich um das Verhältnis der Generalstäbe und ihrer Offiziere zur Demokratie oder zur Autokratie drehen. Wie bereits angedeutet, erwiesen sich vor allem die USA und GroÃbritannien als Nachzügler, wenn es um die Etablierung eines mächtigen Stabssystems ging. Der amerikanische Secretary of War Elihu Root stellte 1902 in seinem offiziellen Bericht zur Schaffung eines US-Generalstabs die These auf, demokratischen Staaten sei der groÃe Einfluss der Stäbe auf die Entscheidungen bezüglich Krieg und Frieden suspekt und unheimlich. Ohnehin weniger zentral und straff organisiert als Autokratien, hätten demokratische Staaten ungeachtet der Vorteile, die das Stabswesen mit sich bringe, aus diesem Grund lange gezögert, ehe sie sich zur Einrichtung durchgerungen hätten.116 Auch im politischen Establishment GroÃbritanniens bestanden ähnliche Bedenken.
Die Annahme Roots scheint einen wahren Kern nicht zu entbehren. SchlieÃlich etablierte sich die faktische Befehlsgewalt eines Generalstabschefs zuerst in der preuÃischen Monarchie, wobei Moltke die Führung im Namen des preuÃischen Königs Wilhelm I. übernahm. In Monarchien wie dem Deutschen Reich, Ãsterreich-Ungarn oder Japan unterstand der Generalstabschef direkt dem âObersten Kriegsherrnâ, also dem Kaiser, und führte im Kriegsfall in dessen Namen die Armeen. BesaÃen diese Generalstäbe folglich mehr Macht als ihre Pendants in demokratisch verfassten Staaten? Welches Verhältnis pflegten die Institutionen in der Zwischenkriegszeit zu den faschistischen bzw. nationalsozialistischen Staatsführungen? Mit Hilfe dieser Fragen sollen die einzelnen Beiträge auch das Zusammenspiel zwischen militärischer und ziviler Sphäre beleuchten. Ob die Generalstäbe und ihre Offiziere den Primat der Politik achteten oder sich vielfach über die ihnen gesteckten Ressortgrenzen hinwegsetzten, wird ebenfalls untersucht.
Abseits der neuen Fragen sollen aber auch jene Bereiche nicht zu kurz kommen, die traditionell mit Generalstäben verbunden werden. Daher nehmen die einzelnen Beiträge die Geschichte, die Organisation/Gliederung, die Arbeitsweise, den Personalbestand, ihren Einfluss auf die Doktrinbildung der heimischen Armee sowie Aufgaben und Kompetenzen der jeweiligen Generalstäbe in den Blick. Auch gehen sie auf die Zusammenarbeit mit den anderen Militärbehörden des jeweiligen Landes ein und hinterfragen, wie selbstständig Generalstäbe innerhalb der jeweiligen militärischen Institutionshierarchien agieren konnten. Daran schlieÃen auch Fragen nach der rechtlichen Einbindung von Generalstäben an. Was durften sie entscheiden und auf welche Fragen hatten sie keinen Einfluss? Erläutert werden darüber hinaus die jeweiligen Pläne für den Kriegsfall sowie die Einflussnahmen auf die AuÃen-, Innen- und Rüstungspolitik des jeweiligen Staates sowie etwaige Präventivkriegsforderungen. Dabei werden auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Vorgehensweise aufgezeigt, beispielsweise im Hinblick auf Entscheidungsprozesse und -abläufe.
Der Sammelband legt dabei bewusst den Fokus auf die Kriegsvorbereitung. Die Kriegführung sowie die Planung und Leitung der Operationen während der Weltkriege sind derart umfangreiche Themen, dass ihre Behandlung den Rahmen des Buches sprengen würde. Im Mittelpunkt der Beiträge steht dabei die Frage, welchen Anteil die Generalstäbe am Ausbruch der Weltkriege besaÃen. Während sich die einzelnen Länderstudien des ersten Teils (vor 1914) mit der Entstehung und Etablierung des jeweiligen Generalstabs befassen und letztlich einen Ausblick auf die Entwicklung der Institutionen im Ersten Weltkrieg geben sollen, erläutern die Beiträge des zweiten Abschnitts (vor 1939/41) zu Beginn kurz die Entwicklung des jeweiligen Generalstabs seit 1918, legen ihren Schwerpunkt aber auf die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie gehen auch auf die Frage ein, welche Lehren aus dem Ersten Weltkrieg gezogen wurden. Eingeordnet werden die jeweiligen Stäbe auch in die unterschiedlichen ideologischen und politischen Kontexte der einzelnen Länder. Die Entwicklung in Europa steht dabei im Mittelpunkt, während der US-Generalstab und der Generalstab der japanischen Armee sowie der Pazifikkrieg nicht behandelt werden. Zugesagte Beiträge zum russischen und bulgarischen Generalstab vor 1914 und zum französischen Generalstab der 1930er-Jahre kamen leider nicht zustande, sodass einige Charakteristika der betreffenden Institutionen im Fazit aufgegriffen werden sollen.
âBefore the First World War, it was commonly said that Europe was home to five reputedly perfect institutions: the Roman Curia, the British Parliament, the Russian Ballet, the French Opera, and the Prussian General Staffâ. Mombauer, Annika, Helmuth von Moltke and the Origins of the First World War, Cambridge 2001, S. 25.
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Irvine, The Origin of Capital Staffs, S. 165. Irvine entlehnt diesen Begriff aus dem Slowenischen, wo âGlavnyi Shtabâ so viel wie âHauptstabâ bedeutet. Im Russischen wird zwischen âGlavny Shtabâ (âHauptstabâ) und âGeneralny Shtabâ (âGeneralstabâ, also Truppengeneralstab) unterschieden. Siehe Hittle, James D., The Military Staff. Its History and Development, Westport 1961, S. 248.
âGeneralstabs-Dienstweg und Generalstabs-Verantwortlichkeit bis 1905â, 22.8.1935, BArch, RH 61/337, Bl. 10.
Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 120 f.
Ebd., S. 121.
Zu den fünf Funktionen siehe ebd., S. 515 f.
Hittle, The Military Staff, S. 11-29.
Kurz, Der militärische Stab, S. 571 f. und Hittle, The Military Staff, S. 40-47.
Zu diesen Fragen siehe Creveld, Martin van, Supplying War: Logistics from Wallenstein to Patton, 2. Aufl., Cambridge 2009.
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Zur Entstehung des russischen Stabssystems siehe Hittle, The Military Staff, S. 222-226.
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Hittle, The Military Staff, S. 57 f.
Ebd., S. 226-229. Zu den Rückschritten im Anschluss an das Wirken Baurs siehe ebd., S. 229-235.
Irvine, The Origin of Capital Staffs, S. 166; Irvine, Dallas D., The French and Prussian Staff Systems before 1870, in: The Journal of the American Military History Foundation 2/4 (1938), S. 192-203, hier S. 197 und Hittle, The Military Staff, S. 89-93.
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Kurzer Ãberblick in Kraus, Karl, Der preussische Generalstab und das 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1991, S. 12-14.
White, Charles Edward, Setting the Record Straight: Scharnhorst and the Origins of the Nineteenth-Century Prussian General Staff, in: War in History 28/1 (2021), S. 25-45, hier S. 26 f.
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Eine ausführliche Beschreibung von Napoleons Stäben findet sich bei Hittle, The Military Staff, S. 101-115 sowie bei Creveld, Martin van, Command in War, Cambridge 1985, S. 66-71. Siehe auch Paret, Peter, Napoleon and the Revolution in War, in: Paret, Peter (Hg.), Makers of Modern Strategy. From Machiavelli to the Nuclear Age, Princeton 1986, S. 123-142.
Siehe dazu Hittle, The Military Staff, S. 95-97.
Favier, Franck, Berthier. Lâombre de Napoléon, Paris 2015, vor allem S. 141-172 und Doss, Samuel J., Louis-Alexandre Berthier, in: Zabecki, David T. (Hg.), Chief of Staff. The Principal Officers Behind Historyâs Great Commanders, Bd. 1, Annapolis 2008, S. 29-42.
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In Anlehnung an das Zitat von Antoine Henri Jomini: âA good staff has the advantage of being more lasting than the genius of a single man.â Zitiert nach: Hittle, The Military Staff, Vorwort.
White, Setting the Record Straight, S. 27-33.
Stumpff, Reinhard, Helmuth von Moltke und der preuÃisch-deutsche Generalstab, in: Keddigkeit, Jürgen et. al. (Hg.), Vestigiis Historiae Palatinae. Festschrift für Karl Scherer zum 65. Geburtstag, Kaiserslautern 2002, S. 147-160, hier S. 155.
Irvine, The Origin of Capital Staffs, S. 173.
Jaun, Rudolf, âDas preuÃische Vorbild vor Augenâ: Paradigmenwechsel beim Schweizer Generalstab des 19. Jahrhunderts, in: Bald, Detlef (Hg.), Militärische Verantwortung in Staat und Gesellschaft. 175 Jahre Generalstabsausbildung in Deutschland, Koblenz 1986, S. 199-213, hier S. 202.
White, Setting the Record Straight, S. 27-33.
Zu Massenbachs Reformvorschlägen siehe Hittle, The Military Staff, S. 60-63, Bucholz, Moltke, Schlieffen, and Prussian War Planning, S. 19-21 und Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 501.
White, Setting the Record Straight, S. 36.
Millotat, Das preuÃisch-deutsche Generalstabssystem, S. 49 f.
White, Setting the Record Straight, S. 40-42.
Kahn, David, The Prehistory of the General Staff, in: The Journal of Military History 71/2 (2007), S. 499-504. Ãhnlich auch bei Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 118.
Kahn, The Prehistory of the General Staff, S. 504.
Spinner, Helmut F., Das âSystem Althoffâ und Max Webers Kritik, die Humboldtsche Universität und die Klassische Wissensordnung: die Ideen von 1809, 1882, 1914, 1919, 1933 im Vergleich, in: Brocke, Bernhard vom (Hg.), Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftspolitik im Industriezeitalter. Das âSystem Althoffâ in historischer Perspektive, Hildesheim, 1991, S. 503-563, hier S. 523.
Zu den Reformen unter Scharnhorst siehe Hittle, The Military Staff, S. 64-67; Sikora, Michael, Scharnhorst. Lehrer, Stabsoffizier, Reformer, in: Lutz, Karl-Heinz/Rink, Martin/Salisch, Marcus von (Hg.), Reform, Reorganisation, Transformation. Zum Wandel in den deutschen Streitkräften von den preuÃischen Heeresreformen bis zur Transformation der Bundeswehr, München 2010, S. 43-64 und Stübig, Heinz, Scharnhorst. Die Reform des preuÃischen Heeres, Göttingen 1988, S. 65-90. Zur Ausbildung der preuÃischen Stabsoffiziere siehe Samuels, Martin, Directive Command and the German General Staff, in: War in History 2 (1995), S. 22-42, hier S. 31-39.
Eine Ausnahme war Gebhard Leberecht von Blücher, der den Ratschlägen seines Stabschefs August Neidhardt von Gneisenau nicht nur Gehör schenkte, sondern ihn auch Befehle in alleiniger Verantwortung geben lieÃ. Siehe Bauer, Frank, Gneisenau im Feldzug 1815. Der endgültige Sieg über Napoleon, 1813-1815, Altenburg 2015 (= Kleine Reihe Geschichte der Befreiungskriege, 40).
Messerschmidt, Manfred, Die politische Geschichte der preuÃisch-deutschen Armee, in: Forstmeier, Friedrich/Meier-Welcker, Hans (Hg.), Handbuch zur deutschen Militärgeschichte, Bd. 2, Abschnitt IV, S. 9-380, hier S. 309.
Samuels, Directive Command, S. 31-39.
Messerschmidt, Die politische Geschichte, S. 311.
Bucholz, Moltke, Schlieffen, and Prussian War Planning, S. 28-31.
Zum Generalstabsdienstweg siehe âGeneralstabs-Dienstweg und Generalstabs-Verantwortlichkeitâ, Teil I, 1935, BArch, RH 61/337.
Zum bayerischen Generalstab siehe Hackl, Othmar, Der bayerische Generalstab (1792-1919), München 1999.
So sieht Irvine die Revolution als massiven Entwicklungsrückschlag an, während Hittle betont, auch in der Zeit der Revolutions- und der Napoleonischen Kriege habe sich das französische Stabswesen bedeutend weiterentwickelt. Irvine, The French and Prussian Staff Systems, S. 198 und Hittle, The Military Staff, vor allem S. 113-115.
Stanley bezeichnet es als Kardinalfehler von Generalstäben, auf den Wechsel zwischen Front und Stab zu verzichten. Siehe Stanley, The General Staff, S. 59.
Irvine, The French and Prussian Staff Systems, S. 199-202. Zu den Missständen im französischen Generalstabsoffizierkorps siehe auch Hittle, The Military Staff, S. 117.
Einen kurzen Vergleich zwischen deutschen und französischen Stabsoffizieren bieten Jaun, âDas preuÃische Vorbild vor Augenâ, S. 200-204 und Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 555. Zum französischen Generalstab vor 1873 siehe auch Hittle, The Military Staff, S. 86-120 und Holmes, Richard, The Road to Sedan. The French Army, 1866-70, London 1984, S. 63-73.
Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 555.
Ebd., S. 536.
Irvine, The Origin of Capital Staffs, S. 176 f. und Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 536 f.
Bucholz, Moltke, Schlieffen, and Prussian War Planning, S. 27-35.
Salewski, Michael, Moltke, Schlieffen und die Eisenbahn, in: Foerster, Roland G. (Hg.), Generalfeldmarschall von Moltke. Bedeutung und Wirkung, München 1991, S. 89-102.
Bucholz, Moltke, Schlieffen, and Prussian War Planning, S. 36-57.
Bremm, Klaus-Jürgen, Von der Chaussee zur Schiene. Militärstrategie und Eisenbahnen in PreuÃen von 1833 bis zum Feldzug von 1866, München 2005, S. 181.
Stoeckel, Otto, âDie Organisation des GroÃen Generalstabs von 1803 bis 1914â, BArch, PH 3/124, Bl. 97-102.
Irvine, The Origin of Capital Staffs, S. 178.
Bucholz, Moltke, Schlieffen, and Prussian War Planning, S. 45 und Millotat, Das preuÃisch-deutsche Generalstabssystem, S. 67.
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Millotat, Das preuÃisch-deutsche Generalstabssystem, S. 67.
Für Beispiele siehe Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 542-545.
Siehe dazu umfassend Sigg, Marco, Der Unterführer als Feldherr im Taschenformat. Theorie und Praxis der Auftragstaktik im deutschen Heer 1869 bis 1945, Paderborn 2014 (= Zeitalter der Weltkriege 12), allem S. 177-201.
Samuels, Directive Command, S. 28-34 und Stumpff, Helmuth von Moltke und der preuÃisch-deutsche Generalstab, S. 156.
Grawe, Lukas, Military decision-making auf dem Weg in den Weltkrieg. Voraussetzungen des Entscheidens im preuÃisch-deutschen Generalstab von 1900 bis 1914, in: Clauss, Martin/Nübel, Christoph (Hg.), Militärisches Entscheiden. Voraussetzungen, Prozesse und Repräsentationen einer sozialen Praxis von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, Frankfurt/New York 2020 (= Krieg und Konflikt 9), S. 125-151, hier S. 126.
Mombauer, Annika, Helmuth von Moltke and the Origins of the First World War, Cambridge 2001, S. 16.
Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 553. Ausführlich zum US-Stabswesen: Hittle, The Military Staff, S. 166-221.
Hittle, The Military Staff, S. 143-154; Strachan, Hew, Wellingtonâs Legacy: The Reform of the British Army, Manchester 1984, S. 146-179 und Bond, Brian, The Victorian army and the Staff College, 1854-1914, London, 1972, S. 7-82.
Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 554.
Irvine, The French and Prussian Staff Systems, S. 202 f. und Hittle, The Military Staff, S. 118-120.
Lackey, Scott W., The Rebirth of the Habsburg Army. Friedrich Beck and the Rise of the General Staff, Westport, Connecticut 1995 (= Contributions in Military Studies 161), S. 11-14 und Zeinar, Hubert, Geschichte des österreichischen Generalstabes, Wien 2006, S. 298-366.
Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 554.
Hittle, The Military Staff, S. 242-254, Bronsart von Schellendorf, Paul, Der Dienst des Generalstabes, 4. Aufl., Berlin 1905, S. 70-78; Menning, Bruce W., Bayonets Before Bullets. The Imperial Russian Army, 1861-1914, Bloominton 1992, S. 14-18 und Airapetov, Oleg, Miliutin contra Moltke. Russiaâs Refusal to Adopt a Prussian-Style General Staff, in: Schimmelpenick van der Oye, David/Menning, Bruce W. (Hg.), Reforming the Tsarâs Army. Military Innovation in Imperial Russia from Peter the Great to the Revolution, Cambridge 2004, S. 292-303.
Airapetov, Miliutin contra Moltke, S. 298-301.
Zu den russischen Stabsoffizieren siehe Hittle, The Military Staff, S. 256-260 und Bronsart von Schellendorf, Der Dienst des Generalstabes, S. 78-81.
Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 555.
Bronsart von Schellendorf, Der Dienst des Generalstabes, S. 56-62; Lackey, Scott W., The Rebirth of the Habsburg Army. Friedrich Beck and the Rise of the General Staff, Westport 1995, S. 31-58 und 83-98; Wagner, Walter, Die K.(u.)K. Armee â Gliederung und Aufgabenstellung, in: Wandruszka, Adam/Urbanitsch, Peter (Hg.), Die Habsburgermonarchie 1848-1918, Bd. V: Die bewaffnete Macht, Wien 1987, S. 142-633, hier vor allem S. 373-389 und Zeinar, Hubert, Geschichte des österreichischen Generalstabes, Wien 2006, S. 367-515. Siehe dazu auch den Beitrag von Günther Kronenbitter in diesem Band.
Hittle, The Military Staff, S. 120-122, Bronsart von Schellendorf, Der Dienst des Generalstabes, S. 85 und Porch, Douglas, The March to the Marne. The French Army 1871-1914, Cambridge 1981, S. 45-53.
Porter, Eugene O., The Evolution of the General Staff, in: The Historian 8/1 (1945), S. 26-45, hier S. 35.
Siehe auch den Beitrag von Douglas Porch in diesem Band.
Siehe die Beiträge von Danilo Šarenac, Claudiu-Lucian Topor und Elke Hartmann in diesem Band.
Jaun, âDas preuÃische Vorbild vor Augenâ.
Bronsart von Schellendorf, Der Dienst des Generalstabes, S. 103 f. und Orbach, Danny, Curse on this Country. The Rebellious Army of Imperial Japan, Ithaca 2017, S. 81.
Porter, The Evolution of the General Staff, S. 37-42.
Siehe den Beitrag von Ian F.W. Beckett in diesem Band und ders., âSelection by Disparagementâ: Lord Esher, the General Staff and the Politics of Command, 1904-14, in: French, David/Reid, Brian Holden (Hg.), The British General Staff. Reform and Innovation c. 1890-1939, London 2002, S. 35-47.
Als Beispiele seien hier genannt Görlitz, Walter, Der deutsche Generalstab. Geschichte und Gestalt, Frankfurt am Main 1950; Bucholz, Moltke, Schlieffen, and Prussian War Planning; Millotat, Das preuÃisch-deutsche Generalstabssystem; Megargee, Geoffrey, Hitler und die Generäle. Das Ringen um die Führung der Wehrmacht 1933-1945, Paderborn 2006; Schmidt-Richberg, Die Generalstabe in Deutschland; Erfurth, Waldemar, Die Geschichte des deutschen Generalstabes von 1918 bis 1945, Göttingen 1957, Bald, Detlef, Der deutsche Generalstab 1859-1939. Reform und Restauration in Ausbildung und Bildung, München, 1977; Hartmann, Christian, Halder. Generalstabschef Hitlers 1938-1942, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Paderborn 2010, vor allem S. 99-342 und Müller, Klaus-Jürgen, Generaloberst Ludwig Beck. Eine Biographie. 2., durchgesehene Auflage, Paderborn 2008, vor allem S. 100-364.
Zum russischen Generalstab siehe Steinberg, John W., All the Tsarâs Men. Russiaâs General Staff and the Fate of the Empire, 1898-1914, Baltimore 2010; Marshall, Alex, The Russian General Staff and Asia, 1860-1917, New York 2006; Menning, Bruce W., Pieces of the Puzzle: The Role of lu. N. Danilov and M. V. Alekseev in Russian War Planning before 1914, in: The International History Review, 25/4 (2003), S. 775-798; Mayzel, Matitiahu, Generals and Revolutionaries. The Russian General Staff During the Revolution: A Study in the Transformation of Military Elite, Osnabrück 1979; Bayer, Philip A., The Evolution of the Soviet General Staff, 1917-1941, New York 1987; Seaton, Albert, Stalin and the Red Army General Staff in the Thirties, in: Preston, Adrian (Hg.), General Staffs and Diplomacy before the Second World War, London 1978, S. 65-76; Ewers, Philipp, Marschall Schukow. Der Mann, der Hitler besiegte. Die Biographie, Berlin 2017. Zum französischen Generalstab siehe Schmidt, Stefan, Frankreichs AuÃenpolitik in der Julikrise 1914. Ein Beitrag zur Geschichte des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, München 2009, vor allem S. 105-212; Bourachot, André, Marshal Joffre. The triumphs, failures and controversies of Franceâs commander-in-chief in the Great War, Barnsley 2014; Clayton, Anthony, General Maxime Weygand, 1867-1965. Fortune and misfortune, Bloomington 2015; Alexander, Martin S., The Republic in danger: General Maurice Gamelin and the politics of French defence, 1933-1940, Cambridge 1992; Young, Robert, La Guerre de Longue Durée: Some Reflections on French Strategy and Diplomacy in the 1930s, in: Preston, (Hg.), General Staffs and Diplomacy before the Second World War, S. 41-64; Jackson, Peter, France and the Nazi Menace: Intelligence and Policy Making 1933-1939, Oxford 2000. Zum rudimentären Stabssystem in der britischen Armee Mitte des 19. Jahrhunderts siehe Strachan, Wellingtonâs Legacy, S. 146-179. Zum Stabswesen Anfang des 20. Jahrhunderts siehe Bond, The Victorian army and the Staff College; Gooch, John, The Plans of War: The General Staff and British Military Strategy c. 1900-1916, Abingdon 1974; Jeffery, Keith, Field Marshall Sir Henry Wilson: A Political Soldier, Oxford 2010; French, David/Reid, Brian Holden (Hg.), The British General Staff. Reform and Innovation c. 1890-1939, London 2002; Dilks, David, âThe Unnecessary Warâ? Military Advice and Foreign Policy in Great Britain, 1931-1939, in: Preston, (Hg.), General Staffs and Diplomacy before the Second World War, S. 98-132.
Irvine, The Origins of Capital Staffs; Hittle, The Military Staff; Hamilton, Richard F./Herwig, Holger H. (Hg.), War Planning 1914, Cambridge 2010 und Preston (Hg.), General Staffs and Diplomacy.
Das ist Walter bereits im Jahr 2003 aufgefallen. Siehe Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 534.
Kahn, The Prehistory of the General Staff, S. 500.
Kehr, Eckart, Der Primat der Innenpolitik. Gesammelte Aufsätze zur preuÃisch-deutschen Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, hrsg. v. Hans-Ulrich Wehler, 2., durchgesehene Aufl., Berlin 1970, S. 150.
Siehe den Beitrag von Ian F.W. Beckett in diesem Band.
So beispielsweise bei Walter, PreuÃische Heeresreformen, S. 117.
Siehe beispielsweise Schifferle, John, The Prussian and American General Staffs: An Analysis of Cross-Cultural Imitation, Innovation, and Adaptation, Chapel Hill 1981 und Greoning, William H., The Influence of the German General Staff on the American General Staff, Carlisle 1993 für die US-Army und Jaun, âDas preuÃische Vorbild vor Augenâ für die Schweiz.
Porter, The Evolution of the General Staff, S. 44.