Außerhalb der Norm

Zur Produktivität der Abweichung

Reihe: 

Stellt das Phänomen der Abweichung bloß einen Ausdruck von Willkür dar, der das jeweilige Ordnungssystem gefährdet? Ist es dank dem mehrdimensionalen Sinngehalt des Begriffs nicht auch imstande, ein produktives Potenzial zu entfalten und als eine kulturelle Analysekategorie zu dienen?
»Nur die widernatürliche Phantasie kann uns noch retten«, soll Goethe zu Eckermann gesagt und damit die positive Treibkraft der Devianz anerkannt haben. Obwohl immer wieder Versuche unternommen werden, Devianzen zu verbergen, zu beherrschen oder zu verleumden, löst die Auseinandersetzung mit »otherness« Prozesse aus, die schließlich eine neue Sicht- und Ausdrucksweise entfalten. Dies führt zu Befunden, die Abweichung als Treibmittel der Entwicklung von Literatur, Ästhetik, Wissenschaft und Gesellschaftsordnung ausweisen.

Unsere Preise:

Die Normen der Abweichung
Zur Produktivität interner Ordnungsverletzungen
Seiten: 9–15
Einleitung
Seiten: 17–26
monstrum per defectum
Psychopathia sexualis in Bret Woods Verfilmung
Seiten: 27–41
Werther und das ‚Wiederkäuenʻ
Zum psycho-pathologischen Aspekt seines ‚Leidensʻ
Seiten: 43–65
Stimmen aus dem Off
Modelle anderer Autorschaft im Umfeld von Psychiatrie und Art Brut
Seiten: 67–86
Poetik der Abweichung
Psychopathologie und ästhetische Reflexion bei Robert Musil und Alfred Döblin
Seiten: 87–106
Abweichung in der (Zwangs)Einschränkung
Arbeitslager, Gefängnis, Gefangenschaft als produktivitätsstiftende Konditionen bei Lev Tolstoj, Thomas Bernhard und Herta Müller
Seiten: 107–123
Die adamitische Sprache der Moderne
Von den sprachlichen Experimenten der russischen Futuristen zum Ohrentheater von Valère Novarina
Seiten: 125–135
Baudelaires Devianz
Die Blumen des Bösen vor Gericht und in Benjamins Deutungsperspektive
Seiten: 137–153
„[K]eine antirussische Absicht“
Ernst Jüngers Waldgang und das Denken der Abweichung
Seiten: 169–197
Publikationsreihe
Seiten: 201–202
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