Gefahr oder Risiko

Zur Geschichte von Kalkül und Einbildungskraft

Von Gefahren ist täglich die Rede. Doch die Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften beschäftigen sich hauptsächlich mit Form und Logik des Risikos. Das will dieser Band ändern, indem er eine kultur- und medienhistorische Genealogie der Gefahr und ihrer Vorstellungsräume im Verhältnis zum Risiko liefert.
Die Entstehung des Risikos und die Geschichte seiner kalkulativen Minimierung im frühneuzeitlichen Versicherungswesen sind gut erforscht. Aber wie steht es um die scheinbar existenzielle „Gefahr“? Sie gerät erst viel später, mit einem verhältnismäßig winzigen Kapitel in Clausewitzʼ posthumen Riesenwerk Vom Kriege (1832–1834), in den Fokus. Clausewitz erkennt, dass die Gefahr immer auch ein Wahrnehmungsproblem ist, ein ästhetisches Konstrukt, das angewiesen ist auf ein Bewusstsein für die technische Vermittlung der Eindrücke.
Danger is a topic of daily discussion. Yet cultural studies and the social sciences deal primarily with the forms and logics of risk. This anthology seeks to change this by providing a cultural-historical and media-historical genealogy of danger and its imaginative spaces in relation to risk.

Unsere Preise:

Kultur und Gefahr
Einleitende Bemerkungen über ein Thema José Ortega y Gassets
Seiten: 7–26
Gefährdet / Gefährlich
Die Einbildungskraft zwischen Theologie und Medizin in der Frühen Neuzeit
Seiten: 27–40
Cura, Futura und Securitas
Kleine Geschichte der Gefahrenabwehr als Dienstleistung und Notwehr
Seiten: 61–74
Hasardeure
Zur Transformation von Risiken in Gefahren im Spiel
Seiten: 75–85
Gefahr und Risiko am Berg
Ludwig Hohl und seine Bergfahrt
Seiten: 87–106
Das Risiko des Lebens
Angst in Kafkas Bau
Seiten: 121–143
Gefährliche Augenblicke
Die Fotografie und der Fall
Seiten: 145–167
Der Traum vom Fahren und das Verkehrsgeschehen
Eine kurze Geschichte des automobilen Aufpralls
Seiten: 169–185
Noma und Noro
Paradoxien kulinarischer Weltoffenheit (Gabrielle Hamilton: Blood, Bones & Butter: The Inadvertent Education of a Reluctant Chef)
Seiten: 205–229
Heiko Christians ist Inhaber der Professur für Medienkulturgeschichte an der Universität Potsdam.
Georg Mein ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Luxemburg.
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