Zwischenwelten der Pädagogik

Die Frage, was die Wirklichkeit zu einer pädagogischen macht, war für die moderne Pädagogik von Anfang an ein Problem, was sich beispielhaft an der irritierenden Fremdheit des Kindes bei Rousseau zeigt. Eine pädagogische Reflexion, die sich – mit Kant gesprochen – zwischen Zwang und Freiheit in der Erziehung bewegt, steht nicht auf einem Grund selbstgewisser Erkenntnis und Praxis. Sie vollzieht sich in Zwischenwelten.
Sollte es indes zutreffen, dass sich in der fortgeschrittenen Moderne die Erfahrungen der Ungewissheit und Grundlosigkeit vertiefen, so könnte ein Modus des pädagogischen Denkens im »Zwischen« leitend sein bei der Erschließung und Analyse der pädagogischen Wirklichkeiten, in denen wir leben. In diesem Sinn erproben die Beiträge des Bandes ein doing theory als Navigieren in pädagogischen Möglichkeitsräumen – unter den Maßgaben der Problematisierung und Irritation pädagogischer Selbstverständlichkeiten.

Unsere Preise:

Preliminary Material
Seiten: 1–6
Bildungstheorie in „Postfaktischen Zeiten“?
Perspektiven im Widerstreit von Wahrheit und Politik
Seiten: 33–48
(Post-)Moderne Wirklichkeiten
Ein Essay
Seiten: 49–59
Zurück ins Problem
Über Problematisierung und Materialisierung in der Analyse des Pädagogischen
Seiten: 61–76
Sozialpädagogische Theoriebildung im Zeichen reflexiver Empirisierung
Überlegungen zu einem Forschungsprogramm
Seiten: 77–90
„Diesem Ding (es sey was es wolle) einen andern Nahmen zu geben“
Theoriearbeit in der Erziehungswissenschaft
Seiten: 111–123
Zeitdiagnostik als Einsatz von Forschung und Theoriebildung in der Elementarpädagogik
Gesellschaftstheoretische Kontextualisierungen
Seiten: 125–138
Leib, Wiederholung, Übung
Zu Theorie und Empirie interkorporaler Performativität
Seiten: 155–171
Was man nicht erhinken kann, muss man ersurfen
Für eine mindere Bildungsprozessforschung und zur Zerstreuung
Seiten: 197–211
Inszenierte Schule
Ethnographische Skizzen zu Tagen der offenen Schultür
Seiten: 213–222
Imaginationen des Pädagogischen
Explorationen zur erziehungstheoretischen Bedeutung von (Fall-)Beispielen
Seiten: 223–235
Eine schmerzhafte Lektion
Tony Soprano als Alter Ego
Seiten: 237–249
Inszenierungen am Nullpunkt von Normalität
Dardennes „Rosetta“
Von: Ralf Mayer
Seiten: 251–263
Sensibilisierung durch Nichtintentionalität
Zum konstellativen Denken eines sozialpädagogischen Versuchs
Seiten: 265–281
Das Ganze denken
Notizen zum Begriff „Globalität“
Seiten: 283–295
‚Postkoloniale‘ Erziehungswissenschaft(en)?
Eine Skizze zum Doing Theory im Feld der (ost-)deutschen Erziehungswissenschaft nach 1990
Seiten: 297–311
Unmögliche Möglichkeiten
Bildungsphilosophische Grenzgänge
Seiten: 313–325
Was haben Masken mit Pädagogik zu tun?
Über das ‚Zwischen‘ von Eigenem und Anderem
Seiten: 327–343
Christiane Thompson ist Professorin für Theorie und Geschichte von Erziehung und Bildung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Sabrina Schenk ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Theorie und Geschichte von Erziehung und Bildung“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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