Fassaden?

Zeigen und Verbergen von Geschichte in der Kunst

Reihe: 

Der Rückgriff auf historische Kunstformen offenbart für manche, wie etwa Gehlen (1974), sowohl den bedauernswertenVerlust von Innovation wie den von Geschichtlichkeit und Geschichte. Die Beiträger_innen des vorliegenden Bandes schließen sich dieser Klage nicht an.
Vielmehr gilt es in Anlehnung an jüngere Forschungen zu prüfen, in welchem Maß der postulierte Verlust von Innovation und Geschichte tatsächlich zutrifft und mit welchen Argumenten sich der Behauptung widersprechen lässt. Die Beiträge gehen diesen Fragen nicht nur an Beispielen der zeitgenössischen Kunst nach. Die Problematik wird vielmehr historisch verlängert, indem auch Auseinandersetzungen der modernen und vormodernen Kunst mit ihren sogenannten Vorbildern berücksichtigt werden. So ermöglichen die hier versammelten Beiträge, eine Gegenthese zu formulieren: da Kunst stets retrograd referenziell verfährt und daraus ihre Innovation resultiert kann sie gar nicht geschichtslos sein kann.

Unsere Preise:

Wiederholen, wieder holen
als kuratorische Geste der documenta 13
Seiten: 17–41
Rekurs/Diskurs/Interpikturalität
Referenzmodell holländischer Barock als Historiographie eigener Ordnung
Seiten: 42–72
Re-Inszeniert und transformiert
Zur Wiedervorlage der Minimal Art und der Institutional Critique in der Zeitgenössischen Kunst
Seiten: 73–87
Im kolonialen Archiv
Zu Peggy Buths künstlerischer Historiografie
Seiten: 107–126
Die Historisierung der Moderne
Museumspolitische Antworten auf kulturpolitische Direktiven in der DDR. Werner Schmidts Ausstellung Dialoge (1970)
Seiten: 138–158
Operngeschichte aufs Spiel gesetzt
Zu Europeras I von John Cage unter Berücksichtigung philosophischer Spieltheorie
Seiten: 159–185
Fassaden des Industrialismus
oder Alte Meister als Legitimation im Zeitalter industrieller Massenkommunikation. Zum Verhältnis der klassischen Moderne zur künstlerischen Tradition
Seiten: 186–219
Stil und Geschichte
Seiten: 240–255
Anhang
Seiten: 256–258
DR. CHRISTIANE KRUSE, Professorin für Kunstgeschichte und visuelle Kulturen an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel, arbeitet mit einem kulturwissenschaftlichen Ansatz zu historischen Bildkulturen als Ganzes, den langen, bis in die Gegenwart dauernden Kunsttraditionen, den Relationen gegenwärtiger Kunst und Bildkulturen zur älteren Bild- und Kunstgeschichte und den Funktionen von Kunst im Kontext der vielfältigen Bildpraxen.
DR. VICTORIA VON FLEMMING, Professorin für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der HBK Braunschweig, arbeitet zum einen an Deutungen frühneuzeitlicher Kunst unter Berücksichtigung zeitgenössischer Ideengeschichte und Kunsttheorie, sowie neueren Theorien zur Konstruktion von Geschlecht, Körper und Identität. Zum anderen forscht sie seit längerem zur Präsenz des Vergangenen in den visuellen Kulturen der Moderne und Gegenwart und den damit einhergehenden methodologischen Problemen (Interpikturalität, Re-Mediatisierung, Intermedialität). Sie ist eine der beiden Sprecherinnen des DFG-Graduiertenkollegs „Das fotografische Dispositiv“.
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