Es gibt Kunstwerke - Wie sind sie möglich?

Spätestens mit der Wiener Moderne wurde Wien zu einem wichtigen Kulturzentrum des Aufbruchs. Diese und andere Strömungen des Umbruchs der Kunst seit dem 19. Jahrhundert werden in diesem Band gesichtet, dargestellt und bewertet. Die Reflexion auf die Verschränkung und Konkurrenz von Kunstpraxis, -theorie und -philosophie steht im Fokus der Aufmerksamkeit.
Die theoretischen Perspektiven des Ästhetischen werden ebenso beleuchtet wie verschiedene Kunstgattungen. Schließlich werden Konzepte der Synästhesie und des Gesamtkunstwerks vorgestellt und Wittgenstein und die Kunst in verschiedenen Perspektiven untersucht. Der ungarische Philosoph Georg Lukács gibt das Stichwort: »Es gibt Kunstwerke – Wie sind sie möglich?« Eine Ästhetik, die, so Lukács, ohne illegitime Voraussetzungen arbeiten und das Faktum der Kunst in seiner Eigenart begreifen will, sollte das Kunstwerk als ein Gebilde betrachten, das rein durch sich und unabhängig vom Prozess seiner Entstehung begriffen werden muss. Die Gültigkeit dieses Ansatzes ist längst strittig, wie dieser Band zeigt. Kunstpraxis und -worte, künstlerisches Selbstverständnis und ästhetische Reflexion sind synergetisch verbunden.

Unsere Preise:

Einleitung
Seiten: 7–20
Kunstworte
Seiten: 21–31
Raffael ohne Hände?
Kant, Lessing, Valéry und andere über Bedingungen der Möglichkeit von Kunst
Seiten: 33–53
Kritik der Kunstphilosophie
Kleine Epistemologie künstlerischer Praxis
Seiten: 55–82
„Die eigentlich metaphysische Thätigkeit des Menschen.“
Nietzsche über die ästhetische Rechtfertigung des Daseins der Welt
Seiten: 83–98
Metaphorische Bilder
Zur semantischen Struktur von Werken der Bildenden Kunst
Seiten: 113–129
Die Plastizität des Realen
Geschichte und Gegenwart der Plastik/Skulptur
Seiten: 131–147
Ästhetik als Ethik
Schauspieler hautnah
Seiten: 149–168
Korporale Performanz
Seiten: 169–185
Klang, Farbe, Emotion
Pierrot lunaire und die Synästhesie
Seiten: 209–239
Art after Wittgenstein
Über den Topos des ‚Unsagbaren‘ in der zeitgenössischen Kunst
Seiten: 275–290
Der Stoff, aus dem die Räume sind
Kurt Kren filmt
Seiten: 291–299
Androgyn und überspannt
Stichworte zur geistigen Situation um 1900
Seiten: 301–315
Darstellung des Denkens
Zum Problem der Genauigkeit im Essayismus von Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften
Von: Hans Feger
Seiten: 317–332
Parforceritt in die Moderne
Hugo von Hofmannsthals Reitergeschichte
Seiten: 333–351
Scheitern des Tragischen?
Anmerkungen zu Hölderlins Empedokles
Seiten: 353–379
Violetta L. Waibel ist Professorin für Europäische Philosophie und Continental Philosophy am Institut für Philosophie der Universität Wien. Zudem ist sie Vorständin des Instituts für Philosophie der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft an der Universität Wien und langjährige Mitarbeiterin in Forschungsprojekten zu den Anfängen des Deutschen Idealismus und der philosophischen Frühromantik an den Universitäten München und Tübingen. Ihre Hauptarbeitsgebiete umfassen Klassische Deutsche Philosophie und ihr Kontext, Phänomenologie und Ästhetik.
Konrad Paul Liessmann studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien; Promotion und Habilitation folgten. Anschließend wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Philosophie der Universität Wien ernannt und etwas später an der gleichen Universität auf die Professur für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik berufen. Seit 1996 ist er Wissenschaftlicher Leiter des "Philosophicum Lech" und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe.
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