Wind und Wetter

Kultur - Wissen - Ästhetik

Sonne, Regen, Wind und Kälte gehören zu den elementaren Umgebungsbedingungen von Kultur. Als Gegenstände kulturwissenschaftlicher Forschung können sie nur im interdisziplinären Zugriff analysiert werden. Denn das Spektrum kultureller Aneignungsformen der atmosphärischen Phänomene reicht von implizitem, unbegrifflichem und praxeologischem „Wissen“ über symbolische Anverwandlungen bis hin zu ästhetischen Bearbeitungen und abstrakten Formatierungen. In diesem Band sind u.a. Beiträge aus den Literaturwissenschaften, aus Kunstgeschichte und Musikwissenschaft sowie aus Ideen-, Kultur- und Wissensgeschichte versammelt. Das Themenspektrum reicht von theoretischen Überlegungen zur „Stimmung“ über Wettertopoi in der Musik, den Regen in der Malerei bis hin zum Schiffbruch im Barockdrama, dem Nordlicht in Wissenschaft und Literatur oder den Mittagsdämon als einer kulturellen Krisenmetapher.
Sun, rain, wind and cold belong to the elementary environmental conditions of culture. As objects of cultural science research, they can only be analysed in an interdisciplinary approach. This is because the spectrum of cultural forms of appropriation of atmospheric phenomena ranges from implicit, incomprehensible and praxeological "knowledge" to symbolic transformations, aesthetic adaptations and abstract formattings.
This volume brings together contributions from literary studies, art history and musicology, as well as the history of ideas, culture and knowledge. The spectrum of topics ranges from theoretical reflections on "mood", weather topoi in music, rain in painting to shipwrecks in baroque drama, the northern lights in science and literature or the noonday demon as a cultural metaphor of crisis.

Unsere Preise:

Naturbewältigung, ‚Natural Imaginaries‘ und die Möglichkeiten der Kunst
Ein theoretischer Versuch zur Ökologie des Wissens
Seiten: 15–28
Stimmung und Stil
Seiten: 29–46
Im Nebeldämmer des Nordens
Klimatische Atmosphärik als Movens sentimentalischer Kunstproduktion
Seiten: 47–67
Landschaft im Regen
Potenziale schlechten Wetters in der bildenden Kunst
Seiten: 87–104
Wetter und Kunst
Chiffren der Kontingenz, Kontingenz der Chiffren
Seiten: 105–138
Lines, Walls, Paths, Trenches
Akte der Grenzziehung in der amerikanischen Land Art
Seiten: 139–161
Nicht nur die Sonne war Zeuge
Überlegungen zu einer Topologie des Wetters im Film
Seiten: 163–182
Der Dämon des Mittags
Zu einer kulturellen Krisenmetapher
Seiten: 183–199
Tränen und Regen
Anmerkungen zum Körper des Königs in Shakespeares „King Lear“
Seiten: 201–218
Schiffbruch mit Lohenstein
Versuch einer praxeologischen Fundierung der Topik
Seiten: 219–231
„… es schoß ein wildes Feur durchs gantze Firmament“
Das Nordlicht in Physik, Kulturgeschichte und Literatur des 18. Jahrhunderts
Seiten: 233–244
Wetterdienst und Poesie
Zum Verhältnis von meteorologischem Wissen und politischer Ordnung im neuzeitlichen Staat und bei Friedrich Hölderlin
Seiten: 245–260
Literarische Meteorologie
Am Beispiel von Stifters „Das Haidedorf“
Seiten: 261–277
„Die Natur, ich bitte um Nachsicht, schreibt ein Gedicht“
Das Wetter in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik
Seiten: 279–303
Von der Wetterkleidung zu Hightechtextilien
Zur Anthropozentrierung der Klimavorstellung
Seiten: 305–319
Klimatische und soziale Tatsachen in der Durkheimschule
Eine Miszelle zur Natur-Kultur-Dichotomie in der Eskimostudie“ von Marcel Mauss
Seiten: 321–331
Von Willy Hellpachs „Geopsyche“ bis heute
Eine Spurensuche in der Psychologie
Seiten: 333–356
Vom Berg zur freien Atmosphäre
Die Erforschung der dritten Dimension seit dem 17. Jahrhundert
Seiten: 357–373
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