Der religiöse Charme der Kunst

Kunst stiftet Transzendenzerfahrungen, Widerfahrnisse und Unterbrechungen des Alltags, die in der ästhetischen Immanenz bleiben. Hierbei befriedigt sie die religiöse Sehnsucht nach Weitung des endlichen Daseins und evoziert eine Stimmung zwischen Kunst und Religion, die sich als charmantes Bezauberungsverhältnis beschreiben lässt.
Dieser religiöse und ästhetische Charme ist es, der die Debatte um Kunst und Religion im 21. Jahrhundert in eine neue Runde führen soll. Die These von der Autonomie der Kunst hat sich zwar bewährt, aber eben diese Autonomie von Kunst und Religion hat zu einer neuen Attraktivität der Partner füreinander geführt. Es lohnt sich, die Debatten um Religion und Kunst heute noch einmal zu führen, nun jedoch nicht mehr unter dem Leitbegriff der Autonomie, sondern unter dem des Charmes, wobei Charme als eine rhetorische Kategorie verstanden wird, die auf Resonanzen zwischen Kunst und Religion zielt.

Unsere Preise:

Transzendenzen der Kunst
Seiten: 37–52
Bildtheologie jenseits der Inhaltsdeutung
Zwischen christlichen Bildkonzepten und Kunst der Moderne
Seiten: 87–106
Zwischen Kunst und Religion
Sprachprobleme ‚vor einem Bild‘
Seiten: 107–140
MännerBlicke – FrauenBlicke
Kunstwissenschaftliche Bemerkungen zu Blick–Beziehungen und Blick–Räumen
Seiten: 141–158
Charmelose Kunst
Die Autonomie der Kunst als Selbstbanalisierung?
Seiten: 159–174
Religiöse Kunst und säkulare Kultur
Thesen im Anschluss an Hegel und Schleiermacher
Seiten: 175–200
Glanz und Ermattung
Über die Verklärung als Bezugspunkt von Kunst und Religion
Seiten: 201–218
Bildquellen
Seiten: 327–330
Thomas Erne, Prof. Dr. theol., ist seit 2007 Direktor des EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchl. Kunst der Gegenwart und Prof. für Prakt. Theol. an der Philipps-Universität Marburg.
Peter Schüz, Dipl. theol., ist seit 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg.
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