Re-Inszenierte Fotografie

Hat man Ende der Siebzigerjahre dokumentarische und inszenatorische Bildstrategien als Gegenpole verstanden, so scheint eine solche Position heute zumindest auf den ersten Blick obsolet. Denn nicht nur die Kunstfotografie von Cindy Sherman oder Jeff Wall, sondern jede Fotografie ist als Kondensat einer Vielzahl einzelner Inszenierungsschritte zu verstehen, die erst in ihrer konsequenten Aufschlüsselung als solche greifbar werden. Besonders gut zu fassen ist die Inszeniertheit von Fotografie im Moment der Re-Inszenierung. Anhand exemplarisch ausgewählter und bislang nicht oder nur unzureichend bearbeiteter Fallbeispiele aus der gesamten Fotografiegeschichte wird im vorliegenden Band deshalb der Frage nachgegangen, welche Rolle Re-Inszenierungen aus ästhetischer und aus technischer Perspektive spielen und inwiefern sie einander wechselseitig bedingen. Diskutiert wird außerdem, inwieweit das Re-Inszenieren auch an ein Neuerfinden, Neuformulieren oder Neukontextualisieren gebunden ist, welches auch das Re-Inszenierte nachhaltig verändert.

Unsere Preise:

Verrutschte Säume
Aneta Grzeszykowska re-inszeniert die Untitled Film Stills
Seiten: 29–44
Im Netz Olympias
Fotografische Re-Inszenierungen liegender Akte als reflexive Strategie
Seiten: 45–67
Elende Orte, edle Bilder?
Wiederkehrende Wirklichkeiten in der Fotoserie Global Village von Andrea Robbins und Max Becher
Seiten: 69–96
Orte nicht nur eines Schreckens
Re-inszenierte Tatorte in der Fotoserie The Innocents von Taryn Simon
Seiten: 97–124
Nach der Zahl der Worte
Fotografische Theorie und ihre künstlerische Praxis
Seiten: 125–149
Fotografische Re-Inszenierungen protofotografischer Blicke
Tom Hunters Persons Unknown
Von: Eva Wilson
Seiten: 151–177
»… but then my voice would come across.«
Aspekte der Re-Inszenierung im Fotobuch SEX von Madonna und Steven Meisel
Seiten: 179–208
Identifizierung
Arnulf Rainers Re-Inszenierung psychiatrischer Fotografie
Seiten: 209–233
Nach dem Leben
Möglichkeiten der Bezugnahme re-inszenierter Fotografie am Beispiel fotografischer Totendarstellungen
Seiten: 257–277
Immer gleiche Bilder
Zur Notwendigkeit der Re-Inszenierung fotografischer Gruppen- und Einzelporträts
Seiten: 279–294
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