Die theopolitische Stunde

Zwölf Perspektiven auf das eschatologische Problem der Moderne

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Die theopolitische Stunde benennt die radikale Krise der Kulturidee und spezifisch der deutsch-jüdischenKultur in den Jahren zwischen 1910 und 1938, wie sie in durchaus verschiede-nen Formen politischer Theologie - von Leo Strauss, Martin Buber, Ger-schom Sholem bis Jacob Taubes - reflektiert wird. Allen Texten eingeschrieben ist die für die Kulturkrise symptomatische Erfah-rung, dass die ethische Kulturidee als „Freiheit unter dem Gesetz“ mit der fundamental gesetz- und normtrans-zendierenden Individualität in Konflikt geraten muss. Dabei wird dieser Kon-flikt zunächst vor allem auf der ästheti-schen Ebene (Simmel) artikuliert, die allerdings immer schon mit der theo-logischen Dimension des Konflikts kommuniziert. Im jüdischen Kontext entspricht diese Situation der Erfah-rung, dass die Kulturidee zwar die Emanzipation des Juden ermöglicht hat, allerdings nur unter der Bedin-gung einer Emanzipation von seinem Judentum.

Unsere Preise:

Preliminary Material
Seiten: 1–8
Vor dem Gesetz
Einleitung: Die Parabel Kafkas als politisch-theologische Aggada
Seiten: 9–24
Individuum und Gesetz
Georg Simmels Essay über Rembrandt im Lichte seiner ästhetischen, ethischen und religiösen Metaphysik des Lebens
Seiten: 25–40
Eine politisch-theologische Archäologie der modernen Subjektivität?
Anmerkungen zu Cassirers „Phänomenologie des philosophischen Geistes“
Seiten: 41–74
Ironie und Kenosis
Von Kierkegaards zu Schmitts Kritik der romantischen Ironie
Seiten: 75–94
Deus sive Natura
Fritz I. Baers Abhandlung über die Galut (1936) als politischtheologischer Traktat aus dem Geist der Apokalypse
Seiten: 95–112
Apokalyptischer Strukturwandel der Öffentlichkeit
Von der politischen Theologie zur Theopolitik Anmerkungen zu Erik Petersons „Buch von den Engeln“ von 1935
Seiten: 113–142
Nach dem Gesetz
Das politische Unbehagen an der Kultur. Leo Strauss liest Carl Schmitt
Seiten: 143–164
„Sein eigenes Gesetz sein …“
Politisch-theologische Voraussetzungen und Konsequenzen der Theorie der Kabbala der symbolischen Formen bei Gershom Scholem
Seiten: 165–203
Die theopolitische Stunde
Martin Bubers Begriff der Theopolitik, seine prophetischen Ursprünge, seine Aktualität und Bedeutung für die Definition zionistischer Politik
Seiten: 205–225
Verwechslungen
Abwege und Abgründe einer jüdischen politischen Theologie jenseits von Orthodoxie und Liberalismus
Seiten: 227–245
Zeit und Spiel
Geistergespräch zwischen Walter Benjamin und Carl Schmitt über Ästhetik und Politik
Seiten: 247–268
Es gibt Vernichtung
Anmerkungen zu Jakob Taubes’ Die politische Theologie des Paulus
Seiten: 269–302
Literaturverzeichnis
Seiten: 303–321
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