Rationalisierungen des Gefühls

Zum Verhältnis von Wissenschaft und Emotionen 1880-1930

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Die menschlichen Gefühle sind nicht erst in den letzten Jahren, sondern schon einmal um 1900 verstärkt in das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaften gerückt. Der Band untersucht das Wechselverhältnis von Wissenschaft und Emotionalität in dieser Zeit und zielt dabei neben der Wissenschaftsgeschichte der Gefühle zugleich auf eine Gefühlsgeschichte der Wissenschaften. Die lange Jahrhundertwende von 1880 bis 1930 gilt nicht nur als Formierungsphase der 'klassischen Moderne'. Sie war auch eine Umbruchsphase der modernen Wissenschaften, die vor allen Dingen durch die Trennung von Geistes- und Naturwissenschaften und die Etablierung der Sozialwissenschaften gekennzeichnet war. In diesem Ausdifferenzierungsgeschehen spielte auch die wissenschaftliche Thematisierung der Gefühle eine zentrale Rolle.

Unsere Preise:

Unfassbare Gefühle
Emotionen in der Geschichtswissenschaft vom Fin de siècle bis in die Zwischenkriegszeit
Seiten: 35–59
Totenmasken im 19. Jahrhundert.
Rationalisierungen des Gefühls zwischen Trauerkultur, Wissenschaft und Sammelleidenschaft
Seiten: 61–77
Geschichte im Gefühl
Gefühlsarbeit und wissenschaftlicher Geltungsanspruch in der historischen Forschung des späten 19. Jahrhunderts
Seiten: 79–98
Verstehen als Gefühlsmethode
Zu Wilhelm Diltheys hermeneutischer Grundlegung der Geisteswissenschaften
Seiten: 99–117
Freuds unheimliche Gefühle.
Zur Rolle von Emotionen in der Freudschen Psychoanalyse
Seiten: 133–152
Die Physik der Moral
Eine Fallstudie zur Formierung der Gefühlskultur ‚um 1900‘
Seiten: 153–167
Übertragungsgefahr
Zur Emotionalisierung und Verwissenschaftlichung des Mensch-Tier-Verhältnisses im Deutschen Kaiserreich
Seiten: 169–187
Die Ordnung der Gefühle
Frühe Kinderpsychologie und das Problem kindlicher Emotionen (1880-1930)
Seiten: 189–210
Versachlichung der Klänge
Musikwissenschaft, Emotion und Konzertleben 1900-1930
Seiten: 211–230
Emotionale Erfahrung in Wort und Bild?
Medial vermittelte Reproduktion bei Jacob Burckhardt und Heinrich Wölffl in
Seiten: 231–250
Gestimmtes Wissen
Die Fin-de-siècle Literatur als Antwort und Frage an das Problem der Wissenschaft
Seiten: 251–274
Zu Den Autoren
Seiten: 275–278
Abbildungsnachweise
Seiten: 279–280
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