Richard Voß 1850–1918

Revoluzzer, Männerfreund, Bestsellerautor

Richard Voß gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den meistgelesenen Autoren im deutschsprachigen Raum. Als junger oppositioneller Schriftsteller im Kaiserreich verboten, gelang ihm eine außergewöhnliche Karriere zum Bestsellerautor. Dennoch ist sein umfangreiches Werk heute nur Kennern ein Begriff.

Dies ist die außergewöhnliche Geschichte eines genial veranlagten Autors, der mit seinem Frühwerk die Anfänge des deutschen Naturalismus maßgeblich prägte. In den 1880er Jahren war er ein gefeierter Bühnenautor, der neben Ibsen gezeigt wurde. Auch seine Italienrezeption weist ihn als Ausnahmeerscheinung aus. Sein Roman Zwei Menschen wurde zum Longseller mit weit über einer Million verkauften Exemplaren. Voß war Revoluzzer und Fürstenfreund, Wartburg-Bibliothekar und Italienkenner. Er verkehrte an den Höfen von Weimar und Meiningen, in den Salons von Berlin, Wien und Rom. Doch hinter der Maske seines „phantastischen Lebens“ verbirgt sich ein beispielloses Doppelleben, zu dem er als Homosexueller gezwungen war und das sich in seinem Schaffen niederschlug. Voß’ Leben liefert charakteristische Streiflichter zum Literaturbetrieb zwischen Gründerzeit und Erstem Weltkrieg.
Richard Voss was one of the most widely read authors in the German-speaking world at the end of the 19th century. Banned as a young opposition writer in the Empire, this ingeniously inclined author, whose early works had a decisive influence on the beginnings of German naturalism, achieved an extraordinary career as a bestselling author. In the 1880s he was a celebrated playwright who was shown alongside Ibsen. His reception in Italy also shows him to be an exceptional phenomenon. His novel Zwei Menschen became a long seller with well over a million copies sold. Voß was a revolutionary and friend of princes, Wartburg librarian and connoisseur of Italy. He frequented the courts of Weimar and Meiningen, the parlours of Berlin, Vienna and Rome. But behind the mask of his "fantastic life" lies an unprecedented double life, to which he was forced as a homosexual and which was reflected in his work. Voß' life delivers characteristic highlights on the literary scene between the Gründerzeit and the First World War.

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Preliminary Material
Pages: 1–8
Siglenverzeichnis
Pages: 9–10
Spuren eines Nachlasses
Pages: 22–25
Münchner Zwischenspiel
Pages: 54–58
Der literarische Aufbruch
Pages: 59–69
Kulturkampf-Zeiten
Pages: 70–76
Die Krise 1889
Pages: 201–210
Der »Neu-Realist«
Pages: 211–218
Der neue Gott
Pages: 226–232
Zwischen den Welten
Pages: 233–245
Patriot im Krieg
Pages: 256–280
Anhang
Pages: 281–293
Tabellarischer Lebenslauf
Pages: 303–315
Danksagung
Pages: 316
Abbildungen
Pages: 317–324
Personenregister
Pages: 325–331
Christiane Baumann studierte Germanistik und Musik und wurde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur Literatur der DDR promoviert. Sie arbeitet als Hörfunkjournalistin, im Bereich Presse/Öffentlichkeitsarbeit und veröffentlichte wissenschaftliche Studien zur Literatur des 19./20. Jahrhunderts, insbesondere zum deutschen Naturalismus.
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