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Cherubinische Trinitätsmystik bei Angelus Silesius

The Cherubic Mysticism of the Trinity in Angelus Silesius

in Daphnis
Autor:in:
Rainer Hillenbrand Germanistisches Institut, Universität Pécs, Ungarn, hillenbrand.rainer@pte.hu

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Angelus Silesius describes the mystical deification of the human soul as its inclusion in the Trinity. He uses traditional comparisons and metaphors, as formed on biblical basis by the Fathers to illustrate the inner Trinitarian relations, but also geometric and naturalistic analogies to lead the soul in three ways into God. These are always figurative appellations which, paradoxically, according to negative theology, can also be negated for the very essence of God, which remains unnameable. In this mystical unity, which in the teaching of the church can only happen by grace, but not in a pantheistic fashion by nature, man preserves the creaturely difference to the Creator. Even in the earliest epigrams, Scheffler’s Catholic point of view is that God cannot resist this union of love, and that therefore only man, with his free will, is responsible for its success. The model of the saints and the ethical demand for the keeping of the commandments and the doing of the good works, which confirm the authenticity of this mysticism as well as their conformity with the ecclesiastical tradition, also fit in with this result.

Angelus Silesius beschreibt die mystische Vergöttlichung der Menschenseele als ihre Aufnahme in die Trinität. Er verwendet dafür traditionelle Vergleiche und Metaphern, wie sie auf biblischer Grundlage von den Kirchenvätern zur Veranschaulichung der innertrinitarischen Beziehungen ausgebildet wurden, aber auch geometrische und naturkundliche Analogien, um die Seele auf dreifachem Wege in Gott hinein zu führen. Es handelt sich dabei aber immer nur um uneigentliche Benennungen, die paradoxer Weise nach der negativen Theologie für das eigentliche Wesen Gottes, das unbenennbar bleibt, auch verneint werden können. In dieser mystischen Einheit, die im kirchlichen Sinne nur aus Gnade, nicht aber in pantheistischer Weise der Natur nach geschehen kann, bewahrt der Mensch die geschöpfliche Differenz zum Schöpfer. Schon in den frühesten Epigrammen zeigt sich Schefflers katholischer Standpunkt darin, daß Gott dieser Liebesvereinigung gar nicht widerstehen kann, daß also nur der Mensch mit seinem freien Willen für ihr Gelingen verantwortlich ist. Dazu paßt auch das Vorbild der Heiligen und die ethische Forderung nach dem Halten der Gebote und dem Tun der guten Werke, womit sich die Echtheit dieser Mystik ebenso bestätigen läßt wie durch ihre Übereinstimmung mit der kirchlichen Tradition.

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