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PHILOMELISCHER ZIRKEL? ZUM ‘52. LIED’ DER TRUTZNACHTIGALL FRIEDRICH SPEES

in Daphnis
Autor:in:
Cornelia Rémi
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Geschlossener Zyklus oder offenes Textnetz, harmonischer Abschluß oder verstörende Öffnung? Friedrich Spees Gedichtbuch Trutznachtigall umfaßt in verschiedenen Ausgaben mal 52, mal 51 Verstexte. Autorisiert ist nur die kürzere Fassung; erst der Herausgeber der postumen, anderthalb Jahrzehnte nach Spees Tod erschienenen Erstausgabe ergänzt das 52. Nachtigallenlied. Dennoch zog man gerade diesen angehängten Text immer wieder heran, um Spees Buch in seiner Gesamtheit zu charakterisieren, seine Struktur, zentrale Motive und Themen zusammenzufassen. An diesem Fall läßt sich daher exemplarisch beobachten, wie einerseits ein Gedicht die Wahrnehmung einer kompletten Sammlung zu beeinflussen vermag und wie es andererseits je nach seiner Textumgebung andere poetologische Farben gewinnt. Ein Blick auf die Rezeptionsgeschichte zeigt das Nachwirken dieser Dynamik, insbesondere im Bamberger Weihnachtslied “WAch Nachtigall wach auff”.

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